Hohe Strafen: Autobahn-Fallen sollen in Deutschland kommen

Zwei Angestellte der Polizei tragen gelbe Warnwesten mit dem Verweis "Unfalldienst". Sie stehen hinter einem Transporter beziehungsweise LKW und kontrollieren das Fahrzeug. Das Auto steht auf dem rechten Streifen auf der Autobahn. Bei einer Kontrolle in Karlsruhe kam es in einem Transporter zu einer unfassbaren Entdeckung.
Symbolbild © imago/EHL Media

Bald sollen Autobahn-Fallen in Deutschland kommen und den Verkehrssündern hohe Strafen einbringen. Die Kontrollen finden dabei ganz unbemerkt statt und lassen sie ganz bewusst in die Falle tappen.

Wer nicht aufpasst, den könnte sein Vergehen bald teuer zu stehen kommen. Und das, obwohl man von der Kontrolle überhaupt nichts mitbekommen hat. In Deutschland sollen nämlich bald die Autobahn-Fallen kommen.

Zu viele Verkehrssünder unterwegs: Immer mehr Kontrollen erforderlich

In so mancher Region haben die Zahlen gezeigt, dass die Anzahl der Verkehrsverstöße angestiegen ist. Viele davon sind gefährlich, zum Beispiel, wenn es um die Missachtung der roten Ampeln geht. Dies spiegelt sich in den gestiegenen Bußgeld-Einnahmen der Städte und Gemeinden wider. Nicht jedes Vergehen kann sofort geahndet werden, schon gar nicht ohne technische Hilfsmittel wie Radarfallen für Autofahrer.

Auf der Autobahn sind die Verstöße noch gravierender und noch gefährlicher, denn hier spielen sich die Unfälle bei hohen Geschwindigkeiten ab, sodass es vermehrt zu Schwerverletzten und sogar Toten kommen kann. Zwar gibt es die Autobahnpolizei – die kann jedoch nicht überall sein. Und so nutzt mancher Autofahrer die Situation aus und begibt sich und andere in gefährliche Situationen.

Autobahn-Fallen sollen in Deutschland kommen: neue Entwicklung auf dem Vormarsch

Doch nicht nur Autofahrer halten sich auf den Autobahnen nicht an die geltenden Regeln. Ein unterschätztes und von den jeweiligen Unternehmen ignoriertes Problem ist das Überladen von LKWs. Die folgenschweren Ereignisse, die passieren können, haben viele gar nicht auf dem Schirm. Ein zu voll beladener LKW lässt sich nicht nur schwerer bremsen, sondern kann auch schwieriger zu lenken sein. Zudem werden die Reifen und die Achsen stärker belastet. Auch die stetig alternden Brücken in Deutschland leiden unter der zu hohen Last.

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Deswegen hat sich das Bundesland NRW etwas einfallen lassen und will bald auf vollautomatische Kontrollsysteme setzen. Diese wiegen die LKWs im Vorbeifahren, was die Fahrer gar nicht mitbekommen. Zwei piezoelektrische Wiegebalken werden flächenbündig in die Fahrbahn integriert. Fährt ein LKW darüber, löst der dadurch entstehende Druck einen elektrischen Impuls aus, der umso stärker ausfällt, je schwerer der LKW ist. Wurde das zulässige Gesamtgewicht überschritten, erscheint auf einer LED-Anzeige, die einige hundert Meter weiter installiert ist, das Kennzeichen und die Aufforderung, auf den nächsten Rastplatz zu fahren. Dort wird das Fahrzeug von einem Mitarbeiter des Bundesamts für Logistik und Mobilität (kurz: BALM) erneut gewogen. Stimmt die vorherige Anzeige, muss man mit Bußgeldern zwischen 30 und 452 Euro rechnen. Ab 2026 sollen die ersten Messungen durchgeführt werden. Ziel ist es, bis 2028 16 solcher Waagen zu installieren.

(Quellen: Bußgeldkatalog, Bundesverkehrsministerium, dpa)