Industrie-Krise: Großer Motorrad-Zulieferer kündigt Kurzarbeit an

Der Blick in eine Fabrikhalle, in welcher Motorräder produziert werden. Ein Arbeiter steht gerade an einem Motorrad und überprüft etwas. Im Hintergrund kann man noch mehr Fahrzeuge erkennen.
Symbolbild © imago/Günter Schneider

Ein großer Motorrad-Zulieferer kündigt nun Kurzarbeit an. Das kommt für viele Menschen wie ein echter Schock. Doch die Industrie befindet sich in einer richtigen Krise.

Die Krise in der Industrie trifft zunehmend auch spezialisierte Branchen. Indessen hat es einen großen Namen aus der Motorradwelt erwischt. Ein großer Motorrad-Zulieferer kündigt jetzt Kurzarbeit an.

Große Krise in dem Unternehmen

Der Zubehör- und Zulieferbetrieb Touratech aus Baden-Württemberg hat für rund 150 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Damit reagiert der große Motorrad-Zulieferer auf eine spürbar schwächere Nachfrage und sinkende Auftragszahlen. Touratech ist einer der wichtigsten Anbieter für Motorradzubehör und beliefert unter anderem Unternehmen wie BMW, Honda und Yamaha. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 550 Mitarbeiter. Und ungefähr ein Drittel davon ist von der Kurzarbeit betroffen.

Der Schritt kommt nicht überraschend. Schon seit einiger Zeit steht die Motorradbranche unter Druck. Wie auch in der Automobilindustrie kämpfen große Motorrad-Zulieferer mit rückläufigen Bestellungen. Bei Touratech hat das konkrete Folgen. Man hat die Produktion bereits von drei auf zwei Schichten reduziert. Grund für die Entwicklung ist primär die schwächelnde Nachfrage. Und das sowohl im klassischen Zuliefergeschäft für große Hersteller als auch bei den Endkunden. Dadurch ist die Auslastung im Unternehmen deutlich gesunken. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb sich zunehmend verschärft durch Hersteller aus Asien, insbesondere aus China, die in den Markt drängen.

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Doch trotz der schwierigen Situation gibt es auch eine kleine Entwarnung. Denn Entlassungen plant man wohl aktuell nicht. Stattdessen setzt das Unternehmen bewusst auf Kurzarbeit, um die Belegschaft zu halten.

Auch zeigt sich eventuell eine leichte Erholung der Branche. Denn es werden nach einem schwachen Jahr 2025 wieder mehr Neuzulassungen von Motorrädern verzeichnet. Eine schnelle Besserung scheint dadurch jedoch nicht in Sicht. Touratech selbst rechnet erst ab dem Jahr 2027 mit einer nachhaltigen Erholung.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redaktion, Südkurier, Touratech GmbH)