
Millionen Fahrer müssen im nächsten Jahr für ihr Fahrzeug kein Geld mehr bezahlen, denn Italien streicht die Kfz-Steuer für das Jahr 2027. Ein weiteres Nachbarland ergreift ebenfalls Maßnahmen.
Eine unbeliebte Steuer: Bürger fühlen sich doppelt belastet
Die Kfz-Steuer gehört in Deutschland traditionell zu den unbeliebteren Steuern, da sie fast jeden Fahrzeughalter direkt betrifft und als jährliche Einmalzahlung spürbar das Budget belastet. Viele Autofahrer empfinden die Steuer als ungerecht, weil das Autofahren bereits über die Energiesteuer beim Tanken und die Mehrwertsteuer stark belastet wird.
Ein häufiger Kritikpunkt besteht zudem darin, dass die Einnahmen aus der Kfz-Steuer in den allgemeinen Bundeshaushalt fließen. Sie werden also nicht eins zu eins für den Straßenbau oder die Infrastruktur verwendet, wie viele Bürger fälschlicherweise annehmen. Die Berechnung, basierend auf Hubraum, Antriebsart und CO₂‑Ausstoß, empfinden außerdem viele Bürger als kompliziert und schwer nachvollziehbar.
Italien streicht Kfz‑Steuer: spürbare Entlastung für Geringverdiener
Auch in Italien gilt die Kfz-Steuer als unbeliebt. Die italienische Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am 16. September 2026 beschlossen, die Kfz‑Steuer (italienisch: „bollo auto“) für das Jahr 2027 für Millionen von Fahrzeugen auszusetzen. Damit reagiert Rom auf die extrem gestiegenen Kraftstoffpreise im Land, wo der Liter Benzin zuletzt bei 2,13 Euro und Diesel bei 2,24 Euro lag. Meloni bezeichnete die Kfz-Steuer in einer Pressekonferenz ebenfalls als „eine der meistgehassten Steuern“ Italiens.
Die Befreiung gilt für alle Pkw mit einer Motorleistung von weniger als 80 Kilowatt, alle Motorräder und Motorroller. Die Regelung greift für rund 14,5 Millionen Fahrzeuge in Italien, was mehr als 70 Prozent aller dort zugelassenen Autos entspricht. Um Missbrauch vorzubeugen, kann jeder Besitzer die Entlastung nur für ein einziges Fahrzeug beanspruchen. Die Entlastung kostet die ohnehin angespannten italienischen Staatskassen schätzungsweise 2,3 Milliarden Euro. Die linke Opposition spricht von reinem Wahlkampfmanöver, da im Herbst 2027 in Italien Parlamentswahlen anstehen.
(Quellen: dpa, italienische Regierung)














