Job-Angst in der Autoindustrie – Proteste an über 200 Standorten

Das Bild zeigt das Innere einer Produktionshalle eines Autoherstellers. Ein Mitarbeiter montiert dort verschiedene Bauteile an einem Fahrzeug, das sich noch im Aufbau befindet.
Symbolbild © istockphoto/gerenme

Die deutsche Automobilindustrie steht vor erheblichen Veränderungen. Die Entwicklung betrifft nicht nur die großen Fahrzeughersteller. Auch Zulieferer spüren den Druck, denn viele Unternehmen hängen direkt oder indirekt von der Autoproduktion ab.

Deutsche Autoindustrie baut Beschäftigung ab

Die deutsche Autoindustrie steht trotz einer höheren Pkw-Produktion vor einem deutlichen Beschäftigungsrückgang. Im Jahr 2025 fertigten die Hersteller hierzulande rund 4,15 Millionen Fahrzeuge und damit zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten entwickelte sich jedoch in die andere Richtung: Ende des ersten Halbjahres 2026 arbeiteten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch rund 691.500 Menschen in der Branche. Damit sank die Beschäftigung auf den niedrigsten Stand seit 2005. Innerhalb eines Jahres gingen 42.300 Arbeitsplätze verloren. Zudem verringerte sich die Produktion im Juli 2026 gegenüber dem Vormonat um 9,2 Prozent.

Job-Angst in der Autoindustrie: Proteste weiten sich aus

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Auch außerhalb Deutschlands entwickelt sich die Autoindustrie unterschiedlich. Vor allem asiatische Produktionsstandorte wachsen deutlich stärker: China steigerte seine Pkw-Fertigung 2025 um zehn Prozent auf rund 29,9 Millionen Fahrzeuge. Indien legte um fünf Prozent auf gut 5,2 Millionen Pkw zu. Insgesamt erhöhte sich die weltweite Produktion um drei Prozent auf rund 82,5 Millionen Fahrzeuge. Europa entwickelte sich dagegen schwächer.

Die IG Metall hatte für den 21. September zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen. Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern beteiligten sich an Kundgebungen, Demonstrationen, Betriebsversammlungen und weiteren Aktionen. Die Gewerkschaft wollte damit auf den Stellenabbau und geplante Einschnitte bei Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. Nach Angaben der IG Metall fanden rund 280 Aktionen im gesamten Bundesgebiet statt. Auch in Wolfsburg, Zwickau und Stuttgart gingen Beschäftigte auf die Straße. Die Gewerkschaft stellte den Aktionstag unter das Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ und forderte unter anderem Investitionen in Produkte, Technologien und deutsche Standorte.

(Quellen: IG Metall, dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)