Kanister-Anstürme: Spritpreise sinken erstmals wieder deutlich

Eine lange Menschenkette mit mehreren Personen bildet sich auf der Straße an einer Tankstelle oder Raststätte. Die Menschen haben Kanister in der Hand und warten darauf, sie mit Benzin oder Sprit zu befüllen.
Symbolbild © istockphoto/SteveByland

Das haben Autofahrer in Deutschland grade wirklich gebraucht. Endlich und seit langem sinken die Spritpreise wieder, sodass man regelrechte Kanister-Anstürme an den Tankstellen erwarten könnte. Doch wie lange dies anhält, weiß keiner.

Nach der großen Teuerungswelle der letzten Monate kommt diese Nachricht vielen Bürgern gerade recht. Spritpreise an deutschen Tankstellen scheinen wieder zu sinken, und viele fürchten aber deshalb erneute Kanister-Anstürme.

Hoffnung an der Zapfsäule – aber nicht überall wird’s günstiger

Die gute Nachricht zuerst: Autofahrende zahlen aktuell wieder etwas weniger beim Tanken. Ein Liter Super E10 liegt laut neuer Auswertung im Schnitt bei 1,669 Euro, das sind 1,9 Cent weniger als noch vor einer Woche. Auch beim Diesel ist ein leichter Rückgang zu beobachten – der Durchschnittspreis fällt auf 1,617 Euro, was ein Minus von 1,1 Cent bedeutet. Grund für den Preisrückgang ist vor allem die stabile Entwicklung am Rohölmarkt. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent pendelt derzeit bei etwa 69 US-Dollar.

Trotzdem bleibt Diesel für viele zu teuer. Zwar liegt der Steuervorteil gegenüber Benzin bei rund 20 Cent pro Liter, doch die tatsächliche Preisdifferenz beträgt aktuell nur 5,2 Cent – ein ungewöhnlich niedriger Wert, besonders im Sommer. Der ADAC kritisiert deshalb die Preisgestaltung bei Diesel als nicht nachvollziehbar. Noch auffälliger sind die regionalen Unterschiede: Im Saarland tanken Autofahrer am günstigsten. Dort kostet ein Liter Super E10 im Schnitt nur 1,607 Euro. In Sachsen-Anhalt dagegen zahlen Pendler rund zehn Cent mehr. Auch beim Diesel zeigt sich ein ähnliches Bild – von 1,565 Euro im Saarland bis hin zu 1,643 Euro in Brandenburg.

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Spritpreise sinken – Kanister-Anstürme bleiben aus, Spartricks wirken besser

Trotz der gesunkenen Preise blieb der große Run auf Kanister und Tankrabatte bislang aus. Vielmehr setzen immer mehr Fahrerinnen und Fahrer auf gezielte Sparstrategien. Besonders lohnenswert: Tanken am Abend. Zwischen 19 und 20 Uhr sowie gegen 21 Uhr sind die Preise im Schnitt deutlich niedriger – Super E10 kostet dann bis zu 12,5 Cent weniger, Diesel sogar 13,3 Cent.

Wem das noch nicht reicht, der sollte Tank-Apps nutzen und gezielt günstige Anbieter ansteuern. Selbst innerhalb einer Stadt schwanken die Preise pro Liter oft um bis zu sieben Cent. Autobahntankstellen bleiben Kostentreiber – ein kleiner Umweg ins Umland kann hier viel ausmachen. Noch ein Spartipp: Wer statt Super E5 auf E10 umsteigt, spart im Schnitt 5 bis 6 Cent pro Liter. Die meisten Autos ab Baujahr 2010 vertragen den Kraftstoff problemlos – ein Umstieg lohnt sich also doppelt. Wer zudem vorausschauend fährt, Gewicht reduziert und den Reifendruck im Blick behält, senkt den Verbrauch spürbar.