Klatsche: Deutscher Autobauer verlagert Produktion ins Ausland

Ein Arbeiter steht in einer Fabrik eines deutschen Autobauers. Er steht bei der Produktion mehrerer elektrischer Autos. Am Fließband setzen Mitarbeiter einzelne Teile zusammen, um das E-Auto sicher für die Straße zu machen.
Symbolbild © imago/Kirchner-Media

Es verspricht, ein echtes Erfolgsmodell zu werden. Aber herstellen möchte es der deutsche Autobauer lieber im Ausland. Damit könnte man eine große Chance für den heimischen Standort verspielen.

Das Ziel ist ambitioniert, klingt jedoch vielversprechend. Dennoch bevorzugt es der deutsche Autobauer leider, sein neues Modell im Ausland zu produzieren.

Das Modell des deutschen Autobauers ist vielversprechend, wird aber nicht hier gefertigt

Es soll ein Elektro-Kleinstwagen für unter 20.000 Euro werden. Das ist prima, da Elektromobilität somit für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich werden würde. Außerdem wird es ein Modell von einer heimischen Marke werden. Viel besser für die deutsche Industrie wäre es allerdings, wenn der Autobauer das Fahrzeug nicht im Ausland herstellen würde. Zwar steht noch nicht genau fest, wo genau man bauen möchte – aber Deutschland wird es nicht sein. Es existieren Spekulationen zu Spanien. Noch wahrscheinlicher ist es wohl, dass man die Produktion nach Portugal, in das Werk von Palmela, verlagert. Palmela hat sich in der Vergangenheit bereits als wichtiger Standort etabliert. Doch natürlich spielt hier auch das geringere Lohnniveau eine ganz entscheidende Rolle. Ist es also nur auf diesem Weg möglich, einen erschwinglichen Stromer herzustellen?

Der Kleinstwagen, um den es geht, ist aus dem Hause VW. Und wenn man sich die elektrische Fahrzeugpalette der Wolfsburger so anschaut, ist stark davon auszugehen, dass der kleine Flitzer „ID.1“ heißen wird. Als Nachfolger des Up! gehandelt, soll er dann 2027 auf den Markt kommen. Wenn Volkswagen sein Vorhaben, ihn wirklich für unter 20.000 Euro zu verkaufen, halten kann, wäre das genial. Dass der deutsche Autobauer dafür aber im Ausland produzieren muss, ist schade. Es ist ein zweischneidiges Schwert: Den Kunden dürfte es zugutekommen, wenn man beispielsweise in Portugal fertigt. Dann würde der ID.1 als echter Gamechanger in die Geschichte eingehen, da er (finanziell) endlich der globalen Konkurrenz die Stirn bieten könnte. Andererseits verliert Deutschland als Produktionsstandort dadurch immer weiter an Bedeutung.

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Dennoch ist Volkswagen entschlossen, mit dem ID.1 nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Qualität zu setzen. Nicht umsonst hat der ADAC letztes Jahr ein Auto der Wolfsburger als bestes Fahrzeug des Jahres ernannt. Die geplante Reichweite von 300 Kilometern würde diesem Anspruch in jedem Fall gerecht werden.

Die Strategie ist klar: E-Autos sollen nicht länger nur für eine wohlhabende Minderheit erschwinglich sein, sondern auch für die breite Masse. 2027 könnte ein entscheidendes Jahr dafür werden – auch wenn ein deutscher Autobauer einmal mehr im Ausland produzieren muss.