Klatsche: Neue TÜV-Regel kommt in Deutschland für alte Autos

Ein älterer Mercedes-Benz steht auf einer Hebebühne in einer Werkstatt, während Mechaniker Reparaturen am Auto vornehmen und es fit für den TÜV machen.
Symbolbild © imago/Manfred Segerer

Das könnte für viele Autofahrer in Deutschland durchaus lästig werden. Bald soll eine neue TÜV-Regel im Land kommen, die vor allem alte Autos betreffen soll. Die Änderung könnte Konsequenzen für Tausende Menschen und ihre Fahrzeuge haben.

Ein gewagtes Vorhaben sorgt in Deutschland und der Automobilwelt gerade für großes Aufsehen. Millionen Autofahrer müssen sich wohl bald auf neue Regelungen einstellen. Denn eine neue TÜV-Regel trifft insbesondere alte Autos und ihre Besitzer.

Auf dem Weg in eine neue TÜV-Ära müssen Opfer gebracht werden

Still und leise bereitet die EU-Kommission ein umfangreiches Regelwerk vor, das ab 2026 die Prüfrealität auf Europas Straßen verändern könnte. Der Fokus liegt dabei auf Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind – also auf jenen Modellen, die längst ihren Glanz verloren haben, aber treu ihren Dienst verrichten. In Deutschland betrifft das rund 23 Millionen Autos, vom Stadtflitzer bis zum Camper-Van. Der Auslöser für die Reform: Ältere Fahrzeuge gelten statistisch als reparaturanfälliger. Bremsverschleiß, fehlerhafte Beleuchtung oder Schäden an tragenden Teilen treten bei ihnen häufiger auf. Laut Kommission könnten regelmäßige Kontrollen viele dieser Mängel frühzeitig aufdecken – und dadurch sowohl Unfälle vermeiden als auch Werkstätten wieder stärker in den Fokus rücken.

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Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Auch der Druck, die Luftqualität in europäischen Städten weiter zu verbessern, spielt eine tragende Rolle. Gerade bei älteren Verbrennern sind Abweichungen bei den Emissionswerten keine Seltenheit – sei es durch veraltete Technik oder gezielte Manipulationen. Deshalb sollen künftig deutlich empfindlichere Messmethoden zum Einsatz kommen, die selbst kleinste Abgasverstöße zuverlässig erkennen.

TÜV-Regel für Autos: Was 2026 wirklich kommt

Im zweiten Teil der Reform steht dann ein umfassender Digitalisierungsschub an. Fahrzeugdaten wie Kilometerstand, Software-Versionen oder Prüfergebnisse sollen lückenlos erfasst und EU-weit abrufbar gemacht werden. Damit möchte man nicht nur Tachobetrug erschweren, sondern auch die Transparenz beim Gebrauchtwagenhandel erhöhen. Also eigentlich ein positiver Gedanke, der langfristig allen nützen könnte.

Ein Novum sind dabei auch die geplanten Technik-Checks für moderne Fahrzeuge mit Assistenzsystemen oder elektrischen Antrieben. Bremsassistenten, Sensorik und Software-Updates will man künftig regelmäßig prüfen. Das ist wohl ein Bereich, der bisher kaum Berücksichtigung fand. TÜV-Termine könnten dadurch komplexer, aber auch präziser werden. Nicht jeder begrüßt die Pläne: Autofahrerclubs kritisieren die erwarteten Zusatzkosten, besonders für Halter älterer Fahrzeuge. Noch steht die endgültige Entscheidung aus – doch die Richtung ist längst eingeschlagen.