Kleinwagen werden zum Luxus – günstige Autos sterben langsam aus

Eine Fotomontage bestehend aus fünf 500-Euro-Scheinen im Vordergrund und mehreren roten, kaputten Autos im Hintergrund. Die Geldscheine sind ein wenig transparent.
Symbolbild © imago/blickwinkel

Experten beobachten einen besorgniserregenden Trend auf dem deutschen Automarkt. Es gibt immer weniger Kleinst- und Kleinwagen. Günstige Autos sterben langsam aus. Dies trifft ausgerechnet diejenigen Bürger, die auf ein günstiges Einstiegsmodell angewiesen sind.

Eine schlechte Nachricht zeichnet sich für diejenigen mit geringerem Einkommen auf dem deutschen Automarkt ab. Demnach sterben günstige Autos langsam aus.

Kleinst- und Kleinwagen werden immer teurer: Einkommensschwache haben das Nachsehen

Bei den klassischen Verbrennern gibt es einen massiven Rückgang, während das Segment gleichzeitig eine starke Verschiebung hin zu Elektroantrieben erlebt. Zwar ist die Gesamtzahl aller angebotenen Modelle in der Kleinst- und Kleinwagenklasse durch neue Elektroautos zuletzt wieder leicht gewachsen. Doch das Angebot an günstigen, traditionellen Einstiegsmodellen bricht drastisch ein. Viele beliebte Ikonen wurden in den letzten Jahren komplett eingestellt.

Wer heute noch einen Kleinwagen kauft, muss tief in die Tasche greifen. Laut Berechnungen des ADAC lag der durchschnittliche Einstiegspreis für einen Kleinwagen im Jahr 2013 noch bei rund 14.100 Euro. Im Jahr 2025/2026 stieg er auf über 25.800 Euro an. Auch auf dem Gebrauchtwagen-Markt gibt es keine fahrbaren Modelle mehr, die unter 2.000 Euro kosten.

Günstige Autos sterben langsam aus: Experten nennen Gründe

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Während die Verbrenner verschwinden, drängen immer mehr Elektro-Kleinwagen auf den Markt. Hier zeigt der Trend, dass die Preise durch günstigere Batterietechnologien wie LFP-Akkus und harten Wettbewerb durch neue Anbieter aus China teilweise sogar sinken. Kleinstwagen wie den VW Up, Renault Twingo, Smart Fortwo, Škoda Citigo, Seat Mii, Peugeot 108 und Citroën C1 haben die Autobauer bereits eingestellt. Dies gilt auch für die Kleinwagen Ford Fiesta, Ford Ka+, Opel Adam und Karl sowie den Mitsubishi Space Star. Auch der VW Polo steht vor dem Produktionsende.

Doch warum sterben günstige Autos langsam aus? Seit dem Sommer 2024 verpflichtet die EU alle Autohersteller, über 20 hochentwickelte Assistenzsysteme serienmäßig zu verbauen. Die Entwicklungskosten für diese Kameras und Sensoren liegen pro Auto bei bis zu 2.000 Euro. Bei einem großen SUV fällt das kaum ins Gewicht. Bei einem 13.000-Euro-Kleinwagen frisst es die komplette Marge auf. Die Einhaltung der Euro-6- und kommenden Euro-7-Normen erfordert komplexe Abgasreinigungen. Diese Technik braucht Platz und verteuert die Produktion um mehrere tausend Euro. Deshalb setzen die Autobauer vornehmlich auf Rendite und konzentrieren sich auf größere Fahrzeuge.

(Quellen: ADAC)