
Plug-in-Hybride verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff, als man bisher angenommen hat. Für viele Menschen, die Wert auf klimafreundliche Alternativen legen, ist das eine überraschende Nachricht. Doch die Daten sind eindeutig.
Plug-in-Hybride verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff, als man bisher angenommen hat. Für viele Menschen, die Wert auf klimafreundliche Alternativen legen, ist das eine überraschende Nachricht. Doch die Daten sind eindeutig.
Viel mehr Verbrauch als angenommen
Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) hat die Alltagspraxis von sogenannten Plug-in-Hybridfahrzeugen (PHEV) genauer untersucht – mit einem ernüchternden Ergebnis. Denn Plug-in-Hybride verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff, als die offiziellen Herstellerangaben oder Typgenehmigungswerte aussagen. Diese neuen Daten werfen plötzlich ein neues Licht auf die Rolle der Autos im Zuge der Klimawende. Im offiziellen WLTP-Testzyklus, der in Europa als Standard für Verbrauchs- und Emissionsangaben gilt, sind Plug-in-Hybride häufig mit Verbrauchswerten zwischen rund 1 und 2 Litern pro 100 Kilometer angegeben. In der realen Nutzung, so die Analyse der Forscherinnen und Forscher, liegt der Kraftstoffverbrauch jedoch durchschnittlich bei circa 5,9 Litern je 100 km – also beinahe viermal so hoch wie bisher gedacht.
Dass die Plug-in-Hybride mehr Kraftstoff verbrauchen, liegt vor allem an der Art und Weise, wie die Fahrzeuge im Alltag genutzt werden. Denn viele Fahrer laden ihr Auto nur selten oder nicht regelmäßig auf, sodass der Verbrennungsmotor anspringt – selbst in Situationen, in denen eigentlich der Elektromotor die Hauptarbeit übernehmen könnte. Laut der Studie beträgt der Anteil der rein elektrischen Fahrstrecke lediglich rund 25 Prozent der Gesamtstrecke.
Experten warnen vor hohen Emissionen
Und auch dort, wo der Elektromotor eigentlich dominant sein sollte, ist die Realität ernüchternd. Auch hier verbrauchen die Plug-in-Hybride deutlich mehr Kraftstoff. Denn im überwiegend elektrischen Modus liegt der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch bei etwa 3 Litern je 100 km. Kein Wunder, dass nun Kritik laut wird. Denn eine Überprüfung der aktuellen EU-Regelungen zur Verbrauchs- und Emissionsmessung von Hybridautos ist durchaus sinnvoll. Die Diskrepanz zwischen Norm und Realität ist hier zu groß.
Stattdessen ist es ratsam, realistische Werte anzugeben. Nur dann kann man erkennen, dass Plug-in-Hybride mehr Kraftstoff verbrauchen als bisher angenommen. Denn tatsächlich steigen natürlich auch die realen CO₂-Emissionen entsprechend an. Studien der EU-Kommission haben bereits bewiesen, dass die realen CO2-Emissionen von Plug-in-Hybriden im Schnitt rund 3,5-mal höher sind.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Spotpress, Fraunhofer ISI, dpa)














