Krise: Teslas Verkaufszahlen brechen weiter ein – über 50 Prozent

Ein Schauer mit Gewitter, Donner und Blitz ist über einer Zentrale von Tesla, dem US-Autobauer von Elon Musk, zu sehen und erzeugt eine bedrohliche Stimmung am Abendhimmel.
Symbolbild © imago/ MiS

Teslas Verkaufszahlen brechen weiter ein – und das trotz großer Vergangenheit, starker Technik und gewaltiger Pläne. Hinter den Kulissen brodelt es: Konkurrenzdruck, Qualitätsprobleme und ein polarisierender CEO setzen den einstigen E-Pionier massiv unter Druck.

Teslas Glanz bröckelt: Die Verkäufe rauschen in den Keller, Konkurrenten holen auf – und selbst treue Fans zweifeln.

Traurig: Ein Elektro-Pionier taumelt

Noch vor wenigen Jahren galt Tesla als unaufhaltsamer Superstar der Elektromobilität. Das Unternehmen feierte mit dem Model 3 einen globalen Durchbruch – ein Auto, das für viele den E-Boom erst möglich machte. Doch 2025 zeigt sich ein völlig anderes Bild: Der Elektro-Pionier steckt tief in der Krise, und die Zahlen sind alarmierend. In Deutschland verzeichnete Tesla in den ersten acht Monaten gerade einmal 11.441 Neuzulassungen – ein dramatischer Einbruch um 56,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Während Europas Hersteller ihre E-Flotten aufrüsten, preschen chinesische Marken selbstbewusst in den Markt. Sie bieten für jede Nische etwas: günstige Stadtautos, technikstarke Limousinen, luxuriöse SUVs. Tesla hält dagegen mit seiner puristischen Strategie – vollelektrisch, softwarefokussiert, maximal skalierbar. Tiefe Fertigung, eigene Batterietechnik und regelmäßige Softwareupdates sollen die Marke nach wie vor einzigartig machen. Auch die Öffnung des Supercharger-Netzwerks für fremde Marken soll neue Impulse setzen.

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Ärger, Ausfälle – und ein Chef, der polarisiert

Doch abseits der Produktionsphilosophie brennt es an vielen Stellen. Immer wieder beschweren sich Kunden über zähe Reparaturprozesse und lange Wartezeiten. Zwar investiert Tesla inzwischen in mehr Servicekapazitäten, mobile Techniker und digitale Diagnosen – doch ein durchgängig positives Erlebnis bleibt für viele Wunschdenken. Für zusätzliche Unruhe sorgt der CEO persönlich. Provokante Social-Media-Ausfälle, politische Einmischungen und erratische Entscheidungen sorgen immer wieder für Negativschlagzeilen. Die Marke, einst Symbol für Zukunft und Fortschritt, leidet zunehmend unter dem Image ihres eigenen Visionärs.

Gleichzeitig hagelt es Kritik von offizieller Seite: In TÜV-Prüfungen schnitt Tesla zuletzt schlecht ab. Das Model Y landete mit einer Mängelquote von 17,3 Prozent ganz hinten – Platz 110 von 110. Doch es gibt auch Lichtblicke. Ausgerechnet Norwegen trotzt dem Trend: Über 6.000 Neuzulassungen bedeuten fast eine Verdreifachung. Und für die 11.000 Beschäftigten des deutschen Tesla-Werks in Brandenburg gibt es ebenfalls gute Nachrichten: Ihre Gehälter steigen rückwirkend zum 1. Dezember um vier Prozent.

(Quellen: Bundesverkehrsministerium, Tesla, dpa)