
In Deutschland ist der Führerschein längst keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern zum regelrechten Luxus geworden. Nicht wenige Fahrschüler zahlen mittlerweile bis zu 5.000 Euro. Doch es könnte eine Lösung geben.
Entweder geht man bereits arbeiten und hat schon einiges an Geld zur Seite gelegt – oder man hat wohlhabende Eltern. Anders kommt man heutzutage kaum noch an seine Fahrerlaubnis heran. Der Führerschein ist in Deutschland zum Luxus avanciert.
Für viele Jugendliche rückt der Traum vom Führerschein in immer weitere Ferne
Für viele langjährige Autofahrer werden die Führerscheine jetzt ungültig. Doch hatten diese älteren Semester einen ganzen klaren Vorteil: Sie haben keine 5.000 Euro für ihre Fahrerlizenz bezahlt. Das sieht heutzutage ganz anders aus. Denn während die Fahrerlaubnis vor einigen Jahren noch zum Erwachsenwerden „so dazugehörte“, können sie sich inzwischen nur noch die wenigsten leisten. Seinen Führerschein in Deutschland zu machen, ist regelrecht zum Luxus geworden. Wer heute eine Fahrschule betritt, rechnet schnell mit Kosten von 4.000 bis 5.000 Euro – Summen, die für viele junge Menschen und Familien schlichtweg unbezahlbar sind.
Natürlich war der Führerschein auch vor ein bis zwei Jahrzehnten schon kostenintensiv, aber meist noch für unter 1.500 Euro zu haben. Laut ADAC mussten im letzten Jahr 22 Prozent zwischen 3.500 und 4.500 Euro für ihre Lizenz zahlen. Fast die Hälfte (46 Prozent) musste zwischen 2.500 und 3.500 Euro zahlen. Die Fahrschulen erklären ihre steigenden Kosten durch höhere Gebühren für Prüfungen und Unterrichtseinheiten, den gestiegenen Benzinpreisen und schärferen Auflagen für Fahrlehrer. Das mag alles stimmen, und dass das Leben allgemein teurer geworden ist, weiß jeder. Dennoch wirkt der neue Luxus des Führerscheins in Deutschland unverhältnismäßig. Viele junge Leute sagen mittlerweile von vornherein dem Fahrenlernen ade. Das ist schade, weil das Autofahren nicht nur reichen Menschen vorbehalten sein sollte.
Die CDU bringt einen Vorschlag, wie man die horrenden Kosten endlich senken kann
Für viele stellt die Fähigkeit, zu fahren, die Basis dar, flexibel zu sein. Oft ist es die Grundvoraussetzung, um einen Beruf zu finden. In ländlichen Regionen, wo es nicht selten an Alternativen des öffentlichen Nahverkehrs mangelt, ist es geradezu die Bedingung am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Es ist also völlig offensichtlich, dass etwas passieren muss. Aber was?
Wenn es nach der CDU geht, sähe die Lösung ganz einfach aus: digitale Fahrstunden – zumindest zu einem Teil. In einem Vorschlag der Partei heißt, dass man somit die Kosten um ein Viertel senken könnte. Es wäre eine Möglichkeit, die wohl jeder Fahrschüler begrüßen würde. Von deutschen Autofahrern kommt hingegen Kritik. Laut einer Umfrage sagen 62 Prozent von ihnen, dass sie einer digitalen Fahrstunde nicht wirklich vertrauen würden. Wenigstens 32 Prozent halten Simulatoren für „teilweise sinnvoll“.
Digitale Fahrstunden allein scheinen zurzeit also noch nicht die endgültige Lösung zu sein, den Führerschein in Deutschland wieder erschwinglich zu machen und ihn aus der Luxus-Ecke zu befördern. Die steigenden Kosten und die begrenzten Alternativen machen deutlich, dass weitere Wege für die kostspielige Führerscheinausbildung jetzt dringend notwendig sind.














