Meilenstein: Deutschlandticket bleibt bis 2030 – „Großes Aufatmen“

Das Foto einer Männerhand, die das Deutschlandticket hält. Im Hintergrund sieht man eine rote Regionalbahn auf Gleisen fahren. Der Schaffner sitzt an der Spitze des Zuges.
Symbolbild © imago/Martin Wagner

Das Deutschlandticket bleibt bis 2030 erhalten – diese Nachricht sorgt bei Millionen Pendlern für Erleichterung. Bund und Länder haben die langfristige Finanzierung des beliebten Nahverkehrstickets endgültig gesichert.

Bund und Länder haben das monatelange Ringen um die Zukunft des ÖPNV beendet. Nach intensiven Verhandlungen steht fest: Das Deutschlandticket bleibt bis 2030 bestehen.

Finanzierung steht: Drei Milliarden Euro jährlich für Planungssicherheit

Bereits im November 2024 gab die Länderkammer grünes Licht für die Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2030. Das stellt für etliche Personen in Deutschland eine erhebliche Erleichterung dar. Bund und Länder stellen gemeinsam drei Milliarden Euro jährlich bereit, um Einnahmeausfälle bei den Verkehrsunternehmen auszugleichen. Jede Seite trägt dabei jeweils 1,5 Milliarden Euro bei. Diese Regelung schafft die dringend benötigte Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Allerdings mussten die rund 14 Millionen Nutzer eine Preiserhöhung hinnehmen. Somit zahlt man seit dem 1. Januar 63 Euro statt 58 Euro für das Abo. Das Ticket wurde also innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal teurer – Anfang 2025 war der Preis bereits von ursprünglich 49 Euro angehoben worden. Eine gute Nachricht gibt es dennoch: Ab 2027 soll ein objektiver Preisindex das politische Gezerre um Preisanpassungen beenden. Dieser orientiert sich an konkreten Kostenfaktoren wie Personal- und Energieausgaben und soll für transparente Preisentwicklungen sorgen.

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Beliebter denn je: Nachfrage steigt trotz höherem Preis

Für Verkehrsunternehmen bedeutet die langfristige Finanzierungszusage endlich die Möglichkeit, verlässlich zu planen und in Infrastruktur zu investieren. Das Deutschlandticket entwickelt sich damit vom politischen Streitthema zum stabilen Baustein der Verkehrswende.

Trotz der Preiserhöhungen bleibt das Deutschlandticket gefragt. Allein in Sachsen beispielsweise nutzen mittlerweile rund 485.000 Menschen das Ticket – im vergangenen Jahr kamen knapp 20.000 Nutzer hinzu. Das Infrastrukturministerium rechnet auch für dieses Jahr mit weiter steigender Nachfrage, obwohl der Preis nun bei 63 Euro liegt.

Soziale Hürden: Ticket bleibt nicht für alle erschwinglich

Für Menschen mit geringem Einkommen bleibt der Preis allerdings eine Herausforderung. Während es keinen bundesweiten Sozialrabatt gibt, haben mehrere Bundesländer eigene Lösungen entwickelt. In Nordrhein-Westfalen kostet das Deutschlandticket Sozial 39 Euro monatlich, Hamburg bietet es für 35,50 Euro an. Besonders günstig ist es in Nürnberg, wo Inhaber des Nürnberg-Passes nur 19 Euro zahlen.

(Quellen: Angaben von Bund und Ländern zur Finanzierung des Deutschlandtickets, Verkehrsverbände, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)