
Die aktuelle Wirtschaftslage setzt der Autoindustrie schon seit einiger Zeit zu. Nun sorgt der Krieg im Iran zusätzlich für rückläufige Absatzzahlen, während die Ausgaben steigen. Auch Mercedes-Benz gerät zunehmend unter Druck.
Die Zollpolitik der USA, die schwierige Marktlage in China und der Krieg im Iran rütteln derzeit heftig an der globalen Wirtschaftslage. Vor allem die Automobilindustrie trifft dies hart.
Mercedes-Benz unter massivem Druck
Stellenabbau und Insolvenzanmeldungen – von der Abwärtsspirale in der Autobranche ist auch Mercedes betroffen. Bereits seit geraumer Zeit verzeichnet die weltweit etablierte Marke rückläufige Absätze. Daher erlegte sich das Unternehmen schon Anfang 2025 selbst einen Sparkurs auf, der bis 2027 gefahren werden soll. Mercedes will fortan günstiger produzieren – die Produktionskosten sollen um zehn Prozent sinken. Und der Stellenabbau geht ebenfalls weiter. Wer freiwillig geht, bekommt eine Abfindung – in der Theorie. Einigen Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern zufolge lässt die Entschädigungssumme auf sich warten. Ein Grund dafür könnte sein, dass es in Sachen Finanzen bei Mercedes nicht sonderlich positiv aussieht.
Absatz bricht ein: Verkaufszahlen bei Mercedes rückläufig
Trotz einer regelrechten Modelloffensive verzeichnet Mercedes aktuell im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weltweit ein Minus von 6 Prozent. Weniger als 420.000 Fahrzeuge hat der Autobauer im ersten Quartal 2026 an Händler ausgeliefert. Allein in China sind die Absätze um 27 Prozent eingebrochen. Das kann das Unternehmen auch nicht damit kompensieren, dass die Verkaufszahlen in den USA und Europa leicht angestiegen sind. Seit 2022 setzt Mercedes vermehrt auf Elektroautos, und prompt fielen die Absatzzahlen. Verzeichnete der Autohersteller 2021 noch einen Umsatz von rund 168 Milliarden Euro, waren es im Folgejahr nur noch 150 Milliarden Euro. 2023 gab es einen minimalen Anstieg, bevor der freie Fall 2024 weiterging.
Die Investitionen in die neuen Modelle belasten das Ausgabenkonto des Unternehmens zusätzlich, was vorerst weiter für ein Minusgeschäft sorgen könnte. Bis Mercedes dadurch spürbare Gewinne erzielt, können demnach noch ein paar Jahre ins Land gehen – frühestens 2027, meinen Experten. Dennoch zeigt sich die Geschäftsführung in Stuttgart optimistisch und rechnet schon in den kommenden Quartalen mit besseren Verkaufszahlen. Ziel sei es, spätestens 2029 wieder 2 Millionen Autos im Jahr zu verkaufen, um an vergangene Erfolge anknüpfen zu können. Vor allem sollen aber die hochpreisigen S- und G-Klasse-Wagen eine hohe Gewinnspanne abwerfen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Mercedes-Benz)














