
Mit dem Erfolg der Elektromobilität wächst für viele Staaten ein neues Finanzproblem. Während immer mehr Autofahrer auf ein Elektroauto umsteigen, sinken gleichzeitig die Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer. Ein Nachbarland führt daher eine Kilometersteuer für E-Autos ein.
Nach den Plänen der britischen Regierung sollen Fahrer reiner Elektroautos künftig für jeden gefahrenen Kilometer eine Abgabe entrichten. Vorgesehen sind umgerechnet rund 2,2 Cent pro Kilometer. Plug-in-Hybride sollen einen geringeren Satz zahlen. Die Einnahmen sollen helfen, die wegbrechenden Steuergelder auszugleichen, die bislang durch Benzin- und Dieselkraftstoffe in die Staatskasse flossen.
2,2 Cent pro Kilometer: Nachbarland führt Kilometersteuer für E-Autos ein
Der Hintergrund ist einfach: Je mehr Elektroautos unterwegs sind, desto weniger Kraftstoff wird verkauft. Damit sinken auch die Einnahmen aus der Energiesteuer, die bisher jedes Jahr Milliardenbeträge eingebracht hat. Da Straßen weiterhin gebaut, saniert und unterhalten werden müssen, suchen viele Regierungen nach neuen Finanzierungsmodellen.
Auch in Deutschland wird dieses Thema aufmerksam verfolgt. Eine Kilometersteuer für private Elektroautos ist hier zwar derzeit nicht geplant. Die Bundesregierung hat im Gegenteil die Steuerbefreiung für neu zugelassene Elektroautos bis Ende 2035 verlängert und setzt weiterhin auf Anreize für den Umstieg auf emissionsärmere Fahrzeuge.
Durch Fortschritt: Milliardenproblem wegen der E-Auto-Fahrer
Dennoch gilt der Einnahmeausfall langfristig als Herausforderung. Fachleute diskutieren seit Jahren verschiedene Möglichkeiten, um die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur auch in Zukunft sicherzustellen. Neben einer Kilometersteuer stehen unter anderem Reformen der Kfz-Steuer oder nutzungsabhängige Mautmodelle im Raum. Konkrete Gesetzespläne für Deutschland gibt es bislang jedoch nicht.
Für Besitzer von Elektroautos besteht deshalb aktuell kein Grund zur Sorge. Wer hierzulande ein E-Auto fährt, muss vorerst nicht mit einer kilometerabhängigen Abgabe rechnen. Die Entscheidung Großbritanniens dürfte die Diskussion in Europa jedoch weiter anheizen. Je stärker der Anteil elektrischer Fahrzeuge wächst, desto häufiger wird die Frage gestellt werden, wie die bisher über Kraftstoffsteuern finanzierten Milliarden künftig ersetzt werden können.
(Quellen: Britische Regierung (UK Government), Bundesregierung, Deutscher Bundestag)














