Millionen Autofahrer sind betroffen: Das Verbrenner-Aus wackelt

Aus einem schwarzen Auto, einem Verbrenner, der von hinten zu sehen ist, steigt Qualm aus dem Auspuff. Auf dem Nummernschild steht in großen roten Buchstaben "Verbot" geschrieben.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Das Verbrenner-Aus scheidet die Geister. Einige Bürger sehen es als Schritt in Richtung einer umweltfreundlicheren Zukunft. Andere warnen vor Nachteilen für Industrie und Verbraucher. Währenddessen scheint sich zu bestätigen, dass das Verbrenner-Aus wackelt.

In Deutschland fahren viele Bürger sogenannte Verbrenner-Autos. Die Fahrzeuge benötigen Benzin- oder Dieselkraftstoffe und sollen ab 2035 nicht mehr ohne Weiteres neu zugelassen werden. Nun scheint das Verbrenner-Aus jedoch zu wackeln.

Heftige Debatten: So steht es um das Verbrenner-Aus

Das sogenannte „Verbrenner-Aus“ bezieht sich auf die EU-Neuregelung ab 2035, die die Neuzulassung von Pkw mit klassischen Verbrennungsmotoren einschränkt. Das Verbrenner-Aus trifft keine Bestandsfahrzeuge – diese dürfen weiterhin genutzt werden. Es gibt kein generelles Verbot. Auch neue Verbrenner können weiterhin zugelassen werden, wobei jedoch für jedes ausgestoßene Gramm CO₂ eine hohe Zusatzabgabe anfällt. Dadurch werden Verbrenner deutlich teurer.

Über die Nutzung hinaus prüft die EU-Kommission den künftigen Einsatz von E-Fuels, also synthetischen Kraftstoffen mit ähnlichen Eigenschaften wie Benzin und Diesel, als mögliche Ausnahme für Verbrennungsmotoren. Das gilt  insbesondere für Sonderfahrzeuge wie Feuerwehr- oder Krankenwagen.

Umstrittene Pläne: Warum das Verbrenner-Aus wackelt 

Dennoch dürften steigende CO₂-Preise Kraftstoffe bis in die 2030er-Jahre erheblich verteuern. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos bleibt ein zentraler Punkt. Zwar werden Fortschritte gemacht, aber Autobauer äußern weiterhin Kritik, dass der Ausbau nicht schnell genug erfolgt, um die Nachfrage der Zukunft zu decken. Tesla muss inzwischen die Preise für E-Autos sogar senken.

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Nun gibt es neue Entwicklungen. Die EU-Kommission zeigt sich flexibel beim ursprünglich geplanten Verbrenner-Aus ab 2035. Privatfahrer können gegebenenfalls auch nach 2035 neue Verbrenner kaufen, sofern sie als „hocheffizient“ gelten und mit E-Fuels oder Biokraftstoffen betrieben werden. Bundeskanzler Friedrich Merz setzte sich mit einem Brief für die Zulassung dieser effizienten Motoren ein, was von der EU positiv aufgenommen wurde. Für Firmenflotten sieht die EU jedoch strengere Regelungen vor, mit einer verpflichtenden Quote von 50 Prozent E-Autos ab 2027 und 90 Prozent ab 2030. Besonders kleine Firmen empfinden die teureren E-Autos und die unzureichende Ladeinfrastruktur als Herausforderung. Die EU-Kommission hat die endgültige Entscheidung zum Verbrenner-Aus bis 2026 verschoben und sammelt weiterhin Beiträge aus den Mitgliedsstaaten.

(Quellen: Elektromobilität Europa und Deutschland, Bundesverkehrsministerium, Bundesumweltministerium)