Millionen Deutsche betroffen: Neue Führerschein-Regel tritt in Kraft

Auf einem Holztisch im Freien liegen zwei alte Führerscheine und ein alter Personalausweis. Ab 2033 soll EU-weit einheitlich der EU-Führerschein gelten.
Symbolbild © imago/Cord

Der Erwerb des Führerscheins gilt für Jugendliche in Deutschland nach wie vor als wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Auch viele Erwachsene sind auf den Führerschein im Alltag angewiesen. Nun tritt eine neue Führerschein-Regel in Kraft.

Jedes Jahr melden sich Hunderttausende in Fahrschulen an, um die theoretischen und praktischen Prüfungen zu bestehen. Dabei bedeutet der Führerschein für viele nicht nur die Möglichkeit, ein Auto zu fahren, sondern auch einen symbolischen Übergang ins Erwachsenenleben.

Zahl der Verkehrsunfälle bleibt in Deutschland hoch

Trotz moderner Fahrassistenzsysteme und verschärfter Verkehrssicherheitskampagnen bleibt die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland auf einem hohen Niveau. Verkehrsteilnehmer verursachen jedes Jahr mehrere Hunderttausend Unfälle, bei denen Menschen ihr Leben verlieren oder sich verletzen. Häufig sind überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkung durch Smartphones oder Alkohol am Steuer die Hauptursachen. Auch junge Fahrer sind überdurchschnittlich oft in Unfälle verwickelt, da ihnen häufig die nötige Fahrpraxis fehlt.

Wer heute den Führerschein machen will, muss tief in die Tasche greifen. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – je nach Region und Fahrschule kann der Erwerb der Fahrerlaubnis mittlerweile zwischen 2.500 und 4.000 Euro kosten. Grund sind unter anderem gestiegene Spritpreise, höhere Ausbildungskosten sowie strengere Anforderungen an Theorie- und Praxisstunden. Für viele junge Menschen stellt das eine erhebliche finanzielle Belastung dar.

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Neue Führerschein-Regel tritt in Kraft

Die Europäische Union plant mehrere Änderungen an ihrer Führerscheinrichtlinie, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und europaweit einheitliche Regeln zu schaffen. Künftig sollen Fahrverbote, die in einem EU-Land ausgesprochen werden, automatisch auch in allen anderen Mitgliedstaaten gelten. Damit wird verhindert, dass Verkehrssünder nationale Grenzen nutzen, um Sanktionen zu umgehen. Für Fahranfänger gelten künftig europaweit strengere Vorschriften.

Vorgesehen ist eine Probezeit von mindestens zwei Jahren sowie die Einführung des begleiteten Fahrens ab 17 Jahren in allen EU-Staaten. In der Fahrausbildung sollen zudem neue Schwerpunkte gesetzt werden: Fahrschüler müssen künftig den Umgang mit dem toten Winkel, die Gefahren durch Ablenkung – etwa durch das Handy – und das Verhalten gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern intensiver lernen. Mit der Reform reagiert die EU auf die weiterhin hohe Zahl von Verkehrstoten in Europa.

(Quellen: Bundesministerium für Verkehr, ADAC)