Millionen Verbrenner betroffen: Klima-Anlagen sorgen für Skandal

Eine Frau sitzt in einem Auto. Sie ist sichtlich verschwitzt und es ist heiß. Sie wischt sich den Schweiß von der Stirn, denn das Auto hat eine kaputte Klimaanlage.
Symbolbild © istockphoto/Dima Berlin

Klimaanlagen gehören für viele Autofahrer längst zur selbstverständlichen Ausstattung. Vor allem an heißen Sommertagen sorgen sie für angenehme Temperaturen im Innenraum. Doch ausgerechnet dieses Komfortsystem steht nun im Mittelpunkt einer neuen Debatte. 

Im Fokus steht das Kältemittel. Es wurde vor einigen Jahren eingeführt, um das frühere Kältemittel R134a zu ersetzen. Der Wechsel erfolgte vor allem aus Klimaschutzgründen, da R1234yf deutlich weniger klimaschädlich ist. Inzwischen kommt der Stoff in zahlreichen Fahrzeugen zum Einsatz – darunter in vielen Verbrennern, aber auch in einem Teil der Elektroautos.

Klima-Anlagen sorgen für Skandal wegen einem Kältemittel

Die Kritik richtet sich nicht gegen die Klimaanlage selbst, sondern gegen das Verhalten des Kältemittels nach seiner Freisetzung. Gelangt R1234yf in die Umwelt, kann daraus Trifluoressigsäure, kurz TFA, entstehen. Die Substanz zählt zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Sie baut sich in der Natur kaum ab und kann sich über viele Jahre in Böden und Gewässern anreichern.

Neue Bewertungen von Fachgremien haben die Diskussion zuletzt zusätzlich angeheizt. Umweltverbände und Wissenschaftler fordern strengere Regeln für fluorierte Stoffe und sehen Handlungsbedarf, um langfristige Belastungen für Mensch und Umwelt zu vermeiden. Gleichzeitig prüfen europäische Behörden bereits, welche Konsequenzen sich aus den aktuellen Erkenntnissen ergeben könnten.

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Entsorgung und Wartung kann zum Problem werden

Für Autofahrer besteht nach derzeitigem Stand jedoch kein akuter Anlass zur Sorge. Das Kältemittel befindet sich in einem geschlossenen System und tritt im normalen Betrieb nicht aus. Problematisch wird es vor allem dann, wenn durch Unfälle, Defekte oder unsachgemäße Wartung größere Mengen freigesetzt werden. Deshalb spielen regelmäßige Wartungen und die fachgerechte Entsorgung älterer Klimaanlagen eine wichtige Rolle.

Während viele Verbrenner weiterhin mit R1234yf unterwegs sind, setzen einige Hersteller inzwischen auf eine andere Technik. Vor allem bei neueren Elektroautos kommen teilweise Klimaanlagen zum Einsatz, die mit Kohlendioxid als Kältemittel arbeiten. Dieses natürliche Kältemittel gilt als deutlich umweltfreundlicher und führt nicht zur Bildung von Trifluoressigsäure. Branchenexperten sehen darin eine mögliche Zukunftslösung für die Fahrzeugklimatisierung. Ob und wann sich diese Technik flächendeckend durchsetzt, bleibt allerdings offen. Noch sind Millionen Fahrzeuge mit dem bisherigen Kältemittel auf den Straßen unterwegs.

(Quellen: Umweltbundesamt, Europäische Chemikalienagentur ECHA, Kraftfahrt-Bundesamt, Deutscher Verband für Kälte- und Klimatechnik)