Mitarbeiter zittern: Deutscher Autozulieferer will Werk schließen

Ein etwas betagtes Firmengebäude des Autozulieferers Mahle vor einem wolkigen Himmel. Im Vordergrund sind vier Flaggen und ein Schild von Mercedes-Benz zu sehen, sowie Bäume und die Oberleitung einer Straßenbahn.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Ein deutscher Autozulieferer rutscht immer tiefer in die Krise. Um die Kosten zu senken, greift der Konzern zu drastischen Maßnahmen und will massiv Stellen abbauen und ein Werk komplett schließen.

Dass sich die Wirtschaft in einer Krise befindet, lässt sich nicht leugnen. Das bekommt auch ein deutscher Autozulieferer zu spüren. Deshalb greift er zu drastischen Maßnahmen, die vor allem die Mitarbeiter betreffen.

Sparkurs: Deutscher Autozulieferer strauchelt

In der gesamten Industrie findet gerade ein Umbruch statt – vor allem auf finanzieller Ebene. Als Grund für die Krise führen viele die Zollpolitik der USA an. Die Autoindustrie – von den Herstellern bis zu den Zulieferern – scheint derzeit am stärksten betroffen. Um das Unternehmen finanziell wieder auf Kurs zu bringen, müssen Umstrukturierungen her. Das bedeutet in vielen Fällen leider, Stellen abzubauen und Standorte zu schließen.

Seit der Gründung 1920 hat sich die Firma Mahle GmbH zu einem der weltweit führenden Autozulieferer entwickelt. Neben der Fertigung von forscht und entwickelt der Konzern in 12 dafür vorgesehenen Zentren, die von Brasilien bis nach Japan reichen. Nun, nach 125 Jahren, steht das Unternehmen am Abgrund. Obwohl in den letzten Jahren bereits Stellen gestrichen wurden – zuletzt 600 – und Sparmaßnahmen erfolgten, ist der Konzern weiter in wirtschaftliche Schieflage geraten.

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Autozulieferer will Werk schließen – Betriebsrat kämpft

Ab 2026 will der Autozulieferer jährlich 150 Millionen Euro einsparen, indem 1000 Arbeitsplätze auf internationaler Ebene gestrichen werden. Besonders betroffen davon sind die Bereiche der Verwaltung und Forschung. Ein Großteil der Streichungen sollen in der Zentrale in Stuttgart stattfinden. Zudem stehen aktuell Werksschließungen auf dem Prüfstand. In diesem Zuge werde auch die Standorte in Hambach und Fellbach genannt. Die Produktionsmitarbeiter aus Fellbach sollen beispielsweise auf andere Werke verteilt werden.

Insgesamt verteilen sich die Einsparungen zu einem Drittel auf Sachkosten und zu zwei Dritteln auf Personalkosten. Der Betriebsrat will die Maßnahmen nicht ohne Weiteres hinnehmen und fordert einen neuen, nachhaltigen Plan zur Kostensenkung. Die Belegschaft habe in der Vergangenheit bereits einen erheblichen Beitrag dazu geleistet. Daher sollen so viele Arbeitsplätze wie möglich weiterhin gesichert sein. Ein Vorschlag zu Kostensenkung seitens des Betriebsrates wäre die vorläufige Aussetzung von Investitionen in Zukunftsprojekte.

(Quellen: Force-ouvriere.fr, dpa)