Nach 150 Jahren: Dunkle Wolken bei deutschem Motorenbauer

Ein Mitarbeiter in einem Blaumann bedient in einer großen Fabrikhalle eine schwere Maschine. Es scheint eine Art Motor zu sein, der an einem Kran hängt und den der Arbeiter vorsichtig manövriert.
Symbolbild © imago/ Rainer Unkel

Nach über 150 Jahren ziehen dunkle Wolken bei diesem deutschen Motorenbauer auf. Die Mitarbeiter beginnen zu zittern, weil sie nicht wissen, wen es als Nächstes trifft.

Mit einer Firmengeschichte von 160 Jahren ist dieser deutsche Konzern der älteste Motorenbauer der Welt. Trotz zahlreicher Erfolge möchte man jetzt aber einschneidende Sparmaßnahmen ergreifen. Dabei ist bekanntlich als Erstes die Belegschaft im Visier.

Die radikalen Sparmaßnahmen könnten zahllose Mitarbeiter treffen

Es wirkt komisch: Deutz hat im letzten Jahr einen Umsatz von insgesamt 2,1 Milliarden Euro erzielt. Bis 2028 will das Kölner Weltunternehmen diesen sogar auf bis zu 3,4 Milliarden Euro steigern. Und 2030? Da rechnet man mit jährlichen 4 Milliarden Euro. Es sieht also nicht so aus, als müsste der von Nikolaus August Otto und Eugen Langen gegründete deutsche Motorenbauer um seine Existenz bangen. Der erste dieser beiden Männer entwickelte übrigens 1876 den weltbekannten Ottomotor. Auch wenn es von außen so wirkt, als halte die Erfolgssträhne nach wie vor an, verkündete Deutz diese Woche, dass man jetzt sparen müsse. Genaueres wurde nicht genannt, aber höchstwahrscheinlich spielt hier die allgemein schwache Konjunktur eine Rolle. Eine weitere Schwierigkeit für einen Betrieb, der den Großteil seines Geldes mit klassischen Verbrennungsmotoren macht, ist wohl auch die um sich greifende Elektrifizierung.

Dennoch muss sich der traditionsreiche deutsche Motorenbauer bestimmt keine Sorgen um seine nähere Zukunft machen. Bei seinen Angestellten sieht das anders aus. Es könnte durchaus sein, dass man hier auch Stellen abbauen wird. Doch was nun erst einmal mit Sicherheit passieren wird, ist, dass Deutz einen Teil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Dies soll in Kürze geschehen und mindestens bis zum 31. Dezember anhalten. Betroffen sind höchstwahrscheinlich Leiharbeiter oder Personen, die in zurzeit weniger ausgelasteten Produktionsstätten tätig sind. Noch ist nicht klar, ob es die Angestellten aus Ulm, Köln oder Herschbach sind, die sich vielleicht schon nächste Woche in Kurzarbeit befinden werden. Vielleicht trifft es aber auch Arbeiter aus all diesen Produktionsstätten.

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Das elektrische Zeitalter setzt den deutschen Motorenbauer unter Druck

Mit diesen Maßnahmen verspricht sich Deutz, noch bis zum Jahresende bis zu 15 Millionen Euro zu sparen. Doch wenn man jetzt denkt, dass die Belegschaft ab 2025 aufatmen kann, täuscht man sich leider. Im nächsten Jahr will der große deutsche Motorenbauer nämlich sogar noch mehr kürzen. Da könnte es dann zu einem heftigen Stellenabbau kommen.

Man darf sich fragen, wie wirtschaftlich diese Vorgehensweise ist – gerade in Bezug auf die Herausforderungen, denen sich dieser Traditionsbetrieb in der elektrischen Zukunft stellen muss. Andererseits muss der klassische Motorenbauer wohl keine Angst haben, solange die Menschen die Elektromobilität nicht wirklich akzeptieren. Das liegt sicherlich auch daran, dass Elektroautos jetzt wieder teurer werden.