Neue Abgabe für E-Autos: Fahrer sollen plötzlich extra zahlen

Eine Hand hält mehrere 20 Euro scheine hin. Im Hintergrund sieht man ein Elektroauto an einer Ladestation. Offenbar lädt es grade auf.

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Jetzt sollen Fahrer plötzlich extra zahlen. Denn es kommt eine neue Abgabe für E‑Autos. Viele Verbraucher sind davon überrascht und beschweren sich über die höheren Kosten.

E-Autos laufen bisher ohne große Hürden und bringen viele Vorteile. Doch der Staat verliert sehr viel Geld durch den Wandel, weshalb bald neue Pflichten und hohe Kosten für alle Besitzer drohen.

Jetzt muss man bald mehr zahlen

Ausgerechnet der zunehmende Erfolg der E-Mobilität könnte für Fahrer künftig zusätzliche Kosten bedeuten. Denn je mehr Verbrenner von den Straßen verschwinden, desto stärker geraten wichtige Einnahmequellen des Staates unter Druck. Als mögliche Lösung werden neue Abgaben für E-Autos diskutiert. Allein aus der Kfz-Steuer nahm Deutschland im vergangenen Jahr rund 9,6 Milliarden Euro ein. Bislang bewegen sich die Einnahmen auf einem relativ stabilen Niveau. Das könnte sich jedoch ändern. Im Juli 2026 waren bereits 29,3 Prozent aller neu zugelassenen Pkw Elektroautos. Gleichzeitig profitieren Halter reiner Elektrofahrzeuge weiterhin von einer Steuerbefreiung. Damit fehlt dem Staat nicht nur Geld aus der Kfz‑Steuer. Auch sonst fehlt einiges an Geld. Angesichts dessen denken immer mehr Menschen über neue Abgaben für E-Auto-Besitzer nach.

Eine Möglichkeit wäre eine spezielle Steuer auf Ladestrom. Schon heute fallen beim Laden Strom- und Mehrwertsteuer an. Die Stromsteuer beträgt 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem angenommenen Verbrauch von 18 Kilowattstunden auf 100 Kilometer zahlt ein E-Auto-Fahrer laut Focus jedoch lediglich rund 37 Cent Stromsteuer.

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Als zweite Möglichkeit wird eine Kilometerabgabe diskutiert. Autofahrer müssen dann abhängig davon zahlen, wie weit sie tatsächlich fahren. Andere Staaten haben solche Systeme bereits eingeführt oder planen sie. In Neuseeland werden für Elektroautos seit 2024 umgerechnet etwa 37 Euro je 1.000 Kilometer fällig. Auch für Deutschland liegen Vorschläge vor. Die genannten Größenordnungen liegen laut „Focus“ zwischen 5,4 und 6,5 Cent je Kilometer. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern wären damit neue Abgaben von 540 bis 650 Euro pro Jahr möglich.

Autofahrer müssen jetzt aufpassen

Beschlossen ist eine solche neue Abgabe in Deutschland bislang nicht. Eine neue Belastung birgt zudem ein politisches Problem. Denn einerseits soll der Umstieg auf Elektroautos vorangetrieben werden, andererseits muss der Staat langfristig einen Ersatz für sinkende Einnahmen aus der Besteuerung von Verbrennern finden.

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung die bestehende Förderung erst verlängert hat. Reine Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, kann man für maximal zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreien. Damit dürfte die Diskussion über eine Finanzierung des Straßenverkehrs weiter an Bedeutung gewinnen. Für E-Auto-Fahrer heißt das einen kurzfristigen Steuervorteil. Auf längere Sicht könnten jedoch neue Abgaben hinzukommen.

(Quellen: Bundesfinanzministerium, Bundesregierung, Bundesverkehrsministerium)