Neue Autobahn-Maut: Deutsche Autofahrer müssen bald zahlen

Auf dem Bild ist ein Lastwagen auf einer Autobahn zu sehen. Daneben befindet sich ein Maut-Schild mit Geldsymbolen. Im Hintergrund hält eine Hand mehrere Euro-Banknoten.
Symbolbild © istockphoto/fotojpg

Auf Europas Straßen gelten unterschiedliche Regeln für die Nutzung von Autobahnen und Schnellstraßen. Während Autofahrer in einigen Ländern an einzelnen Mautstellen für eine bestimmte Strecke zahlen, verlangen andere Staaten dagegen eine Vignette für einen festgelegten Zeitraum. Nun zieht ein weiteres Land nach und plant eine neue Autobahn-Maut.

Maut soll Straßen finanzieren und Verkehr lenken

Mit Mautgebühren wollen Staaten einen Teil der Kosten für ihre Verkehrswege direkt von denjenigen finanzieren lassen, die diese Straßen nutzen. Das Geld kann etwa in den Erhalt, die Sanierung und den Ausbau der Infrastruktur fließen. Zugleich folgt eine Maut dem Prinzip, dass die Nutzer einen Teil der Belastung selbst tragen. Je nach System können außerdem Faktoren, die die Umwelt betreffen, eine Rolle spielen: Fahrzeuge mit höheren Emissionen zahlen teilweise mehr als sauberere Modelle. Dadurch können Gebühren neben der Finanzierung auch eine Lenkungswirkung entfalten.

Neue Maut für Autobahnen kommt: Auch Deutsche sind betroffen

Lesen Sie auch
E-Auto-Boom nimmt Fahrt auf – Tesla hängt VW-Modelle ab

In Europa nutzen bereits zahlreiche Länder Gebühren für die Nutzung der Straßen. Eine Vignette für bestimmte mautpflichtige Straßen gibt es beispielsweise in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Slowenien, Bulgarien und Rumänien. Dabei setzen mehrere Staaten inzwischen auf elektronische Vignetten, die das Kennzeichen des Fahrzeugs erfassen. Andere Länder kombinieren verschiedene Modelle und verlangen für bestimmte Strecken zusätzliche Gebühren. Auch Belgien plant zum 1. Mai 2027 ein digitales Straßen-Vignettensystem für Fahrzeuge mit höchstens 3,5 Tonnen.

Die Regelung soll für belgische und ausländische Fahrzeuge gelten, die belgische Regionalstraßen und Schnellstraßen nutzen – reine Lokalstraßen fallen nicht darunter. Autofahrer können das Vignettensystem nach aktuellem Stand ab 1. März 2027 erwerben. Der Preis richtet sich nach der Schadstoffklasse und der Nutzungsdauer: Für ein Jahr reichen die geplanten Tarife von 90 Euro für emissionsfreie Fahrzeuge über 100 Euro für Euro-4-Fahrzeuge und sauberere Modelle bis zu 125 Euro für Euro-0-bis-3-Fahrzeuge. Auch kürzere Zeiträume stehen zur Auswahl. Belgien will damit auch ausländische Autofahrer an den Kosten für das Straßennetz beteiligen.

(Quellen: ADAC, belgische Regionalregierungen, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)