Neue EU-Regel soll Klimaneutralität beschleunigen

Der Blick auf eine moderne E-Auto-Ladestation auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt. Im Hintergrund kann man mehrere parkende Autos erkennen. Die Ladestationen selbst sind frei.
Symbolbild © imago/BREUEL-BILD

Die EU und damit auch Deutschland drücken nun aufs Tempo. Eine neue EU-Regel soll die Klimaneutralität beschleunigen, sodass Deutschland noch die gesetzten Klimaziele erreicht. Im Zentrum des Vorhabens stehen dabei die E-Autos.

Deutschland hinkt seinen eigenen Vorgaben in vielen Bereichen spürbar hinterher, während Brüssel den Druck erhöht. Um die Pariser Klimaziele doch noch umzusetzen, greift die Europäische Union jetzt zu harten Bandagen und nimmt zwei Branchen ins Visier, die besonders stark im Fokus stehen.

Deutschlands Klimaziele: Experten schätzen das Erreichen kritisch ein

Deutschland verfolgt das gesetzlich verankerte Ziel, bis zum Jahr 2045 vollständig treibhausgasneutral zu werden. Damit will die Bundesrepublik als eines der ersten Länder der Welt Netto-Null-Emissionen erreichen. Bis 2030 will man die Treibhausgase um mindestens 65 Prozent senken. Um wenigstens 88 Prozent sollen sie bis zum Jahr 2040 sinken. Nach 2050 will man sogar negative Emissionen erzielen. Während der Bereich der Energie spürbare Rückgänge verzeichnet, gibt es in den Sektoren Verkehr (E-Mobilität) und Gebäude (Heizungssysteme) erhebliche Verzögerungen. Experten für Klimafragen stufen die bisherigen Maßnahmen als ungenügend ein und warnen, dass Deutschland das Ziel für 2030 ohne deutliche Nachbesserungen verfehlen könnte. Und genau in diesen beiden Bereichen will man nun Verbesserungen erzielen.

EU-Regel soll E-Mobilität beschleunigen: Im Mittelpunkt stehen die E-Autos

Am 17. Juli hat die EU ihr neues Energiepaket vorgestellt. Danach soll Europa der erste „elektrobetriebene Kontinent“ sein. Dabei setzt das Vorhaben genau an den beiden Punkten an, die auch in Deutschland ein großes Problem darstellen. E-Autos sollen künftig nicht nur Strom laden, sondern bei hoher Nachfrage Energie in das Stromnetz abgeben. Ab 2027 will die EU smarte und bidirektionale Ladefunktionen über Typgenehmigungen vorschreiben. Des Weiteren will man bei den Unternehmen ansetzen. Unternehmensflotten machen rund 60 Prozent aller Neuwagenkäufe in der EU aus. Neue steuerliche Kaufanreize sollen sie schneller elektrifizieren, um zeitversetzt einen großen Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos aufzubauen. Und auch im Schwerlast- und Flugverkehr möchte man ansetzen. Durch neue Finanzinstrumente will die EU den Aufbau öffentlicher Lkw-Ladeparks fördern, um bis 2040 etwa 40 Prozent der Lkw-Flotte elektrisch zu betreiben. Zudem starten Pilotprogramme für elektrisches Fliegen und der Ausbau von Landstrom in Häfen.

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Bei den Heizsystemen soll die neue EU-Regel ebenfalls ansetzen. Der Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf elektrische Wärmepumpen wird beschleunigt. Bis 2030 sollen 15 Prozent des EU-Wärmebedarfs über klimafreundliche Wärmenetze gedeckt werden. Um flexibel zu heizen oder zu laden, wenn Strom günstig ist, drängt die EU auf intelligente Stromzähler. Da Strom in der EU derzeit deutlich teurer ist als fossiles Gas, plant die EU-Kommission Steuererleichterungen für sauberen Strom und niedrigere Netzkosten. Für Strom sollen die Bürger künftig weniger bezahlen als für Gas.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)