Neue Forderungen: EU-Verbrenner-Aus wackelt nun komplett

In einer Nahaufnahme sieht man den glänzenden Auspuff eines Autos. Die Auspuffanlage ist gut gepflegt und gehört zu einem leistungsstarken, gut gewarteten Fahrzeug, vermutlich einem Sportwagen.
Symbolbild © imago/Sven Simon

Die Rufe nach neuen Forderungen werden immer lauter. Damit wackelt das EU-Verbrenner-Aus nun komplett. Einige dürfte dies freuen, doch andere sehen große Gefahren, nicht nur für Verbraucher.

Da dürfte nicht nur Freude aufkommen. Neue Forderungen bringen das EU-Verbrenner-Aus nun komplett zum Wackeln. Während die einen auf mehr Spielraum und wettbewerbsfähige Lösungen hoffen, befürchten andere neue Unsicherheiten und Verzögerungen.

Begrenzung der Erderwärmung

Die Europäische Union hat sich Klimaschutz- und Energieziele gesetzt, die auf dem Pariser Abkommen und eigenen Beschlüssen basieren. Die Klimaschutz- und Energieziele richten sich darauf aus, die Erderwärmung zu begrenzen, den Übergang zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen und die Energieeffizienz zu erhöhen. Diese Ziele werden durch Maßnahmen wie den Ausbau erneuerbarer Energien, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, Investitionen in moderne Netze und Speichertechnologien sowie Energieeffizienzstandards in Gebäuden, Verkehr und Industrie verfolgt. So bezieht sich das EU-Verbrenner-Aus auf die schrittweise Abschaffung neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, um Emissionen zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern. Doch das EU-Verbrenner-Aus wackelt nun komplett.

Mehr Flexibilität und Technologieoffenheit

Dabei sehen Befürworter in diesem EU-Verbrenner-Aus einen wichtigen Beitrag zur Klimaschutzpolitik, zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und zur Förderung von Elektromobilität. Kritiker warnen jedoch vor Herausforderungen bei der Umstellung, möglichen Kosten für den Verbraucher, Versorgungsengpässen und regionalen Unterschieden beim Zugang zu Ladeinfrastruktur und Technologie. Im Dezember 2025 stellte die EU-Kommission bereits eine erste Lockerung des ursprünglichen Verbrenner-Verbots vor. Statt einer vollständigen CO²-Neutralität aller Neuwagen bis 2025 müssen Hersteller ihre Flotten bis 2035 um 90 Prozent gegenüber 2021 senken. Die verbleibenden 10 Prozent könnten durch andere klimafreundliche Maßnahmen wie umweltfreundlichem Stahl oder klimaschonenden Kraftstoffen ausgeglichen werden.

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CDU und CSU finden dennoch diese Lockerung nicht ausreichend. Sie wollen die Emissionen auf 80 Prozent begrenzen und keine vollständige Kompensation mehr vorschreiben. Neben der geringen Entlastung für die Industrie befürchtet die Union aufgrund der 90-Prozent-Regel negative Auswirkungen auf die deutschen Zulieferer. Schließlich stehen zehntausend Arbeitsplätze auf dem Spiel, und die Zahl der Beschäftigten ist auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gefallen. Weil besonders auf Verbrennungsmotoren spezialisierte Zulieferer betroffen sind, fordert das Wirtschaftsministerium mehr Flexibilität und Technologieoffenheit. Die Bundesregierung befindet sich jedoch noch in Beratungen und auch in Brüssel ist die Unterstützung nicht gesichert. Doch vielleicht wackelt das EU-Verbrenner-Aus ja nun wirklich komplett.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Handelsblatt)