
Wer mit dem Auto durch Frankreich oder andere südeuropäische Länder fährt, muss an bestimmten Stellen eine Maut zahlen. Nun gibt es ein neues System, das jedoch so seine Tücken hat.
Wer schon einmal mit dem Auto auf den Straßen Frankreichs unterwegs war, kennt sie. Die klassischen Mautstationen gehören dort einfach dazu. Diese verschwinden jedoch allmählich. Deshalb ist jetzt auf den Strecken besondere Obacht geboten.
Neues Maut-System kann schnell zur Kostenfalle werden
Manche Autofahrer kennen die Vorgehensweise an einer Mautstation: anhalten, Ticket oder Karte bereithalten, bezahlen und weiterfahren. Auf immer mehr Strecken gehört dieses Prozedere jedoch der Vergangenheit an. Beim sogenannten Free-Flow-System gibt es keine Schranken mehr. Stattdessen erfassen Portale mit Kameras und Sensoren das Fahrzeug und dessen Kennzeichen während der Fahrt. Besonders auf den Autobahnen A13 und A14 zwischen Paris und der Normandie wird dieses System seit Ende 2024 schrittweise ausgerollt, während es auf anderen Streckenabschnitten sogar schon seit 2019 läuft.
Für Autofahrer ist das zunächst bequem: Der Verkehr bleibt flüssig, lästige Stopps entfallen und die Fahrt ist entspannter. Zudem mindert es unnötigen Spritverbrauch, der während der Stop-and-go-Phasen anfällt. Der entscheidende Haken ist jedoch, dass man die Maut nicht mehr unmittelbar an der Station bezahlt. Wer keine elektronische Mautbox besitzt oder sein Auto online registriert hat, muss den Betrag innerhalb von 72 Stunden selbstständig begleichen. Gerade für ausländische Urlauber kann das zur Falle werden.
Maut innerhalb von 72 Stunden begleichen, sonst droht ein Bußgeld
Die Bezahlung funktioniert online per Kreditkarte oder bar an der nächsten Raststätte oder Tankstelle. Wer das neue System nicht kennt oder schlicht vergisst, zu bezahlen, erhält später einen Zahlungsbescheid. Zusätzlich zur Maut können dann Gebühren anfallen: Bei schneller Begleichung sind es 10 Euro, zwei Wochen später können 90 Euro hinzukommen. Nach spätestens zwei Monaten kann die zusätzliche Forderung 375 Euro betragen.
Free Flow ist damit zwar moderner und komfortabler, verlangt aber mehr Eigenverantwortung. Wer in Frankreich unterwegs ist, sollte sich deshalb vor der Reise informieren, betroffene Strecken beachten und die Zahlung unmittelbar nach der Fahrt erledigen. Selbes gilt übrigens auch in Italien, Spanien und Portugal. Aber Vorsicht vor Maut-Abzocke! Kriminelle nutzen das Thema Free Flow, um Autofahrer mit gefälschten Zahlungsaufforderungen per SMS oder E-Mail auf betrügerische Webseiten zu locken. Offizielle Zahlungsaufforderungen kommen ausschließlich von registrierten Anbietern oder bei der Durchfahrt durch eine Mautstation.
(Quellen: französische Autobahnbetreiber)














