
Tanken bleibt für viele Autofahrer ein teures Vergnügen. Noch im Frühjahr griff die Bundesregierung ein und senkte die Steuer auf Benzin und Diesel deutlich. Doch diese Entlastung ist inzwischen Geschichte – und eine schnelle Wiederholung zeichnet sich nicht ab.
Gerade für Pendler und Menschen auf dem Land macht jeder Cent an der Zapfsäule einen Unterschied. Die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung zwar weiter. Auf eine erneute Steuersenkung will sie sich derzeit aber nicht festlegen.
17 Cent Entlastung sind wieder verschwunden
Vom 1. Mai bis zum 30. Juni 2026 senkte Deutschland die Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Hintergrund waren die stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Die Steuer sank bei beiden Kraftstoffen um 14,04 Cent pro Liter. Weil dadurch auch weniger Mehrwertsteuer anfiel, summierte sich die Entlastung laut Bundesfinanzministerium auf rund 17 Cent je Liter. Der Staat verzichtete damit auf Einnahmen von insgesamt etwa 1,6 Milliarden Euro. Seit dem 1. Juli gelten allerdings wieder die normalen Steuersätze. Autofahrer zahlen bei Benzin damit wieder 65,45 Cent Energiesteuer je Liter, bei Diesel sind es 47,04 Cent. Dazu kommen Mehrwertsteuer und weitere Bestandteile des Tankstellenpreises.
Die Bundesregierung zieht aus dem zweimonatigen Tankrabatt grundsätzlich eine positive Bilanz. Nach ihrer aktuellen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zeigen Daten der Monopolkommission und des Bundeskartellamtes, dass die Entlastung zu einem großen Teil bei Verbrauchern und Unternehmen angekommen ist. Trotzdem plant die Regierung momentan keine automatische Neuauflage. Sie will erst die weitere Entwicklung der Energiepreise sowie die finanziellen und europarechtlichen Rahmenbedingungen beobachten.
Das können Autofahrer beim Tanken selbst sparen
Für Autofahrer bedeutet das zunächst: Sie sollten nicht darauf setzen, dass der Staat hohe Spritpreise kurzfristig wieder mit einem Tankrabatt abfedert. Gerade Vielfahrer können deshalb mit der Wahl von Tankstelle und Uhrzeit selbst gegensteuern. Kraftstoffpreise schwanken im Tagesverlauf teilweise erheblich. Preisvergleichs-Apps und die Daten der Markttransparenzstelle helfen dabei, günstigere Tankstellen in der Umgebung zu finden. Wer nicht auf den letzten Tropfen wartet, kann außerdem gezielter einen günstigen Zeitpunkt zum Tanken wählen.
Ob die Bundesregierung bei einem erneuten starken Preissprung doch wieder eingreift, bleibt offen. In ihrer aktuellen Antwort hält sie sich diese Möglichkeit ausdrücklich offen. Eine konkrete Zusage gibt es aber nicht. Für Millionen Autofahrer heißt das vorerst: Die rund 17 Cent Entlastung vom Frühjahr sind weg – und an der Zapfsäule gilt wieder der volle Steuersatz.
(Quellen: BMF, Bundesregierung, Bundestag)














