Neue Studie: Deutsche Bahnhöfe gehören zu den schlechtesten

Die große Halle des Hauptbahnhofs in Hamburg. Die Touristen und Fahrgäste gehen zu ihrem Regionalzug oder ICE oder warten und gucken auf die Anzeige. Es liegen viele Gleise nebeneinander, an denen Züge losfahren.
Symbolbild © imago/ CHROMORANGE

Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Einige deutsche Bahnhöfe zählen zu den schlechtesten Europas – und ein Berliner Bahnhof landet sogar auf dem letzten Platz!

Wer denkt, Bahnfahren in Deutschland sei entspannt, dürfte jetzt überrascht sein. Die aktuellen Rankings zeigen, dass gleich sechs deutsche Bahnhöfe zu den schlechtesten Europas gehören.

Peinliches Ergebnis für Deutschland: Bewertung nach Service, Pünktlichkeit und Ausstattung

Europa liebt seine Züge – doch nicht alle Bahnhöfe machen den Aufenthalt für Reisende angenehm. Die US-amerikanische Verbraucherschutz-Organisation „Consumer Choice Center“ hat im August 2025 den European Railway Station Index veröffentlicht. Dabei hat sie die 50 verkehrsreichsten Bahnhöfe Europas untersucht. Bewertet wurden unter anderem Ticketoptionen, Serviceleistungen, Barrierefreiheit, kostenloses WLAN, Schienennetzabdeckung und Mitfahrgelegenheiten. Wie schon in den Vorjahren sichert sich der Zürcher Hauptbahnhof den ersten Platz. Mit mehr als 100 Millionen Passagieren im Jahr überzeugt Zürich durch pünktliche Züge und eine gepflegte Infrastruktur. Nur rund 4 Prozent der Züge kommen verspätet an – die niedrigste Quote in ganz Europa.

Auch in Polen zeigt der Bahnhof Breslau Glowny (Platz 2), dass ein hoher Service-Standard, gute Anbindungen und moderne Ausstattung entscheidend sind. Bei der anderen Seite der Rangliste sieht es weniger gut aus. Gleich mehrere deutsche Bahnhöfe gehören zu den schlechtesten Europas. Spitzenreiter – oder besser gesagt Schlusslicht – ist Berlin-Gesundbrunnen. Mit rund 74 Millionen Fahrgästen pro Jahr gibt es hier nur drei Geschäfte und sieben Restaurants, die durchschnittliche Wartezeit auf dem Bahnsteig beträgt 10,83 Minuten und 42 Prozent der Züge sind verspätet. Auch das Berliner Ostkreuz (Platz 49), Dortmund Hbf (Platz 48) sowie Bremen, Stuttgart und Berlin Südkreuz befinden sich in den Top 10 der schlechtesten Bahnhöfe Europas. Die Autoren des Index sehen dafür mehrere Gründe. Teure und langwierige Sanierung des Schienennetzes, neu definierte Pünktlichkeitsgrenzen und eine teilweise veraltete Infrastruktur.

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Nicht nur Deutschland erlebt Höhen und Tiefen: Wien zeigt, wie es besser geht – und gleichzeitig auch das Gegenteil. Denn während der Wiener Hauptbahnhof auf Platz 8 der besten Bahnhöfe Europas landet, schafft es Wien Meidling nur auf Platz 47. Ein extremes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Service, Ausstattung und Pünktlichkeit selbst innerhalb einer Stadt ausfallen können.

Der Index macht deutlich, dass Europas Bahnhöfe enorme Unterschiede aufweisen. Länder wie die Schweiz oder Polen glänzen mit kundenfreundlichen Bahnhöfen. Reisende in Deutschland müssen hingegen oft längere Wartezeiten und eine unzureichende Ausstattung in Kauf nehmen. Das Ergebnis: Gleich mehrere deutsche Bahnhöfe zählen zu den schlechtesten Europas – ein Umstand, der Fahrgäste immer wieder frustriert.