
Viele haben Angst vor dem TÜV, denn alten Autos droht schnell das Aus, wenn sie die Prüfung nicht mehr bestehen. Nun kann ein einfaches Schreiben dem Autofahrer sogar die Plakette kosten. Die neuen TÜV-Regeln sollte jeder beachten.
Bislang landet es bei vielen Autofahrern unbeachtet zwischen Werbung und Behördenpost, doch genau das könnte künftig zum Problem werden. Ein ignoriertes Rückrufschreiben des Kraftfahrt-Bundesamtes kann nämlich dazu führen, dass ein Fahrzeug keine TÜV-Plakette mehr erhält. Hintergrund sind neue EU-Vorgaben, die sicherheitsrelevante Rückrufe stärker in die Hauptuntersuchung einbinden sollen.
Autofahrer aufgepasst: Schreiben kann Autofahrer die Plakette kosten
Konkret geht es um Fahrzeuge, bei denen die Hersteller schwere Sicherheitsmängel festgestellt haben. Dazu zählen unter anderem Probleme mit Airbags, Bremsanlagen, Lenkung oder elektronischen Sicherheitssystemen. Tauchen solche Mängel auf, informieren die Hersteller und das Kraftfahrt-Bundesamt die betroffenen Halter schriftlich über einen verpflichtenden Rückruf. Viele Autofahrer reagieren darauf jedoch verspätet oder gar nicht – genau das soll sich jetzt ändern.
Nach den neuen Vorgaben möchte man offene, sicherheitsrelevante Rückrufe bei der HU künftig deutlich stärker berücksichtigen. Prüforganisationen wie TÜV, Dekra oder GTÜ erhalten Zugriff auf entsprechende Datenbanken. Wird festgestellt, dass ein sicherheitskritischer Rückruf trotz offizieller Aufforderung nicht durchgeführt wurde, kann dies bei der HU als erheblicher Mangel eingestuft werden.
TÜV-Plakette steht auf dem Prüfstand – Regeln beachten
Im schlimmsten Fall bedeutet das: Es gibt keine neue TÜV‑Plakette. Das Fahrzeug muss zunächst repariert bzw. der Rückruf muss vollständig abgearbeitet werden, bevor eine erfolgreiche Hauptuntersuchung möglich ist. Ziel der neuen Regelung ist es, gefährliche Fahrzeuge schneller aus dem Verkehr zu ziehen und die Zahl ignorierter Rückrufe zu reduzieren. Experten halten die Änderung grundsätzlich für sinnvoll. In den vergangenen Jahren gab es europaweit Millionen Rückrufe, viele davon aufgrund gravierender Sicherheitsprobleme.
Gleichzeitig zeigt sich immer wieder, dass zahlreiche Fahrzeuge trotz offizieller Rückrufaktion über Jahre hinweg unrepariert unterwegs sind. Für Autofahrer bedeutet das vorrangig eines: Post vom Kraftfahrt-Bundesamt sollte künftig sehr ernst genommen werden. Wer ein entsprechendes Schreiben erhält, sollte zeitnah prüfen lassen, ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, und den Rückruf möglichst schnell durchführen lassen.
(Quellen: Kraftfahrt-Bundesamt, Europäische Union, TÜV-Verband, dpa)














