
Eine neue Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Deutschen lehnt ein Verbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen entschieden ab. Doch gleichzeitig befürworten sie Klimaschutz – solange er sie selbst nicht zu sehr belastet.
Eine Umfrage sorgt für Zündstoff: Die Mehrheit der Deutschen stellt sich klar gegen ein Verbrennerverbot – doch ganz überraschend sind die Gründe nicht.
Neue Umfrage zeigt klare Haltung
In Deutschland wächst der Widerstand gegen ein mögliches Verbrennerverbot. Laut einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Yougov sprechen sich 69 Prozent der Befragten gegen ein Produktions- und Verkaufsverbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen aus. Zwar wird der Klimawandel weiterhin von der Mehrheit als ernstes Problem wahrgenommen, dennoch sinkt die Bereitschaft, selbst tiefgreifende Einschränkungen zu akzeptieren.
Besonders beliebt sind Maßnahmen, von denen man direkt profitieren kann. So sprechen sich 69 Prozent für staatliche Subventionen aus, die energieeffizientes Wohnen fördern. Noch höher ist die Zustimmung bei Investitionen in die heimische Produktion (71 Prozent). Auch ein Verbot von Einwegplastik findet mit 69 Prozent breite Zustimmung. Gleichzeitig zeigt sich bei der Frage, ob die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch abgewendet werden können, ein gespaltenes Bild. Knapp die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) bleibt optimistisch, glaubt aber, dass dafür drastische Veränderungen nötig sind. Nur 16 Prozent halten den Status quo für ausreichend, während 15 Prozent pessimistisch sind und meinen, es sei bereits zu spät.
Blick auf die Weltbühne
Die Ergebnisse fallen pünktlich zum Start der 30. UN-Klimakonferenz in Belém in Brasilien. Deutschland scheint beim Erreichen seiner Klimaziele bis 2030 zwar noch auf Kurs, doch Experten zweifeln an den Fortschritten darüber hinaus. Während Bundeskanzler Friedrich Merz die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit betont, rückt das globale Ziel aus Paris von 2015 – die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen – in immer weitere Ferne. Weltweit steuert die Erde derzeit auf rund drei Grad Erderhitzung zu.
Während die EU strenge Vorgaben macht, fährt man in den USA eine gänzlich andere Strategie: Technologieoffenheit. Zwar wurden bundesweite Kaufprämien und Steuerprivilegien für Elektroautos gestrichen, doch das sorgte zuletzt sogar für einen Kaufboom, weil viele Verbraucher die letzten Vergünstigungen noch nutzten. Und dank niedriger Stromkosten bleibt E-Mobilität in vielen US-Bundesstaaten attraktiv. Brisant: Kalifornien wollte ab 2035 Verbrenner verbieten – doch die Sonderrechte des Bundesstaats für eigene Abgasregeln wurden abgeschafft. Kalifornien zieht nun vor Gericht. Das letzte Wort ist hier noch lange nicht gesprochen.
(Quellen: Eigene Recherche der ka-insider Redakteure, yougov Umfrage)














