Neuer Boom: Immer mehr wechseln vom Verbrenner zum Stromer

Ein Elektroauto steht an einer Ladesäule. Doch wird das Fahrzeug aufgeladen – das Laden dauert länger als das Tanken. Danach verfügt das E-Auto über eine bestimmte Reichweite.
Symbolbild © imago/NurPhoto

Die Skepsis gegenüber E-Autos ist groß. Jetzt zeigt sich eine ungewöhnliche Tendenz: Mehr Menschen wechseln vom Verbrenner zum Stromer. Das hat eine aktuelle Auswertung zur großen Überraschung vieler Kritiker ergeben. 

Zur Erreichung der Klimaziele müssten mehr Autofahrer ihre Schlüssel für den klassischen Verbrenner endgültig abgeben. Ein E-Auto ist für viele jedoch keine Option. Nun kündigt sich ein Wandel an.

Vom Verbrenner zum Stromer: Immer mehr Menschen wechseln 

Die Sorge, dass der Stromer die geforderte Distanz nicht bewältigen kann, hält viele vom Kauf eines E-Autos ab. Aber nicht nur die „Reichweitenangst“ sorgt für Skepsis. Auch hohe Preise für neue Modelle wirken abschreckend. Hinzu kommen die regelmäßigen Negativschlagzeilen über technische Mängel ‒ ein weiterer Grund, sich lieber auf den traditionellen Verbrenner zu verlassen. In den vergangenen Jahren wechselten nicht so viele Fahrer wie erhofft zum Stromer.

Ein Tiefpunkt wurde 2024 erreicht, wie das im vergangenen Jahr veröffentlichte „E-Barometer“ des Versicherers HUK-COBURG zeigte. Nur 3,7 Prozent aller Autokäufer wählten erstmals ein E-Auto und gaben dafür ihr motorbetriebenes Fahrzeug ab. Außerdem wechselten viele vom E-Fahrzeug wieder zurück zum Verbrenner. Inzwischen liegen die Ergebnisse des E-Barometers 2025 vor. Die Auswertung des dritten Quartals bringt die große Überraschung. Es zeigt sich mittlerweile eine neue Tendenz.

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Jüngere Generation zeigt sich E-Autos gegenüber offener

Im Vergleich zum letzten Jahr ist der Anteil der privaten Fahrer, die vom Verbrenner zum modernen Stromer gewechselt sind, spürbar gewachsen. 6,2 Prozent aller Fahrzeugwechsler haben den großen Schritt gewagt. Die steigende Nachfrage lässt sich auf verschiedene Faktoren zurückführen, darunter auf den Gebrauchtwagenmarkt mit sinkenden Preisen. Auch die insgesamt größere Fahrzeugauswahl macht es vielen leichter, ein passendes E-Auto zu finden.

Analysen zeigen auch, dass die batteriebetriebenen Fahrzeuge vor allem bei jüngeren Generationen gut ankommen. Das bestätigen unter anderem ADAC-Berichte. Ein großes Umweltbewusstsein, aber auch die Offenheit gegenüber Neuem spielen dabei eine wesentliche Rolle. Ob sich das in Zukunft ändert und wie sich der Markt für E-Autos insgesamt entwickelt, bleibt weiterhin spannend.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, HUK Coburg)