Neues Tempolimit auf Landstraßen könnte Autofahrer hart treffen

Auf einer Landstraße steht ein Verkehrszeichen, das die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt. Ursache ist der auf der Fahrbahn verteilte Rollsplitt. Am Straßenrand befinden sich Felder und Bäume.
Symbolbild © imago/mhphoto

Die Diskussion um strengere Tempolimits erhält neuen Auftrieb. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert ein generelles Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen und begründet dies mit alarmierenden Unfallzahlen.

Tatsächlich gehören Landstraßen zu den gefährlichsten Straßen in Deutschland. Obwohl dort deutlich weniger Verkehr herrscht als auf Autobahnen, passieren hier überproportional viele schwere Unfälle. Laut aktuellen Verkehrsunfallstatistiken entfällt ein großer Teil der tödlichen Unfälle auf außerörtliche Straßen. Jährlich sterben dort mehrere Tausend Menschen, häufig durch Frontalzusammenstöße oder weil sie von der Fahrbahn abkommen.

Tausende Verkehrstote: Neues Tempolimit auf Landstraßen soll kommen

Ein Hauptproblem ist die Geschwindigkeit. Anders als innerorts oder auf vielen Autobahnabschnitten gibt es auf Landstraßen meist kein durchgehendes Tempolimit von maximal 100 km/h. Gleichzeitig sind die Straßen oft schmal, unübersichtlich und nicht baulich getrennt. Schon kleine Fahrfehler können deshalb schwere Folgen haben. Der DVR argumentiert, dass ein generelles Limit von 80 km/h das Unfallrisiko deutlich senken könnte.

Studien der Verkehrssicherheitsforschung zeigen, dass geringere Geschwindigkeiten die Schwere von Unfällen reduzieren. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten verlängert sich die Reaktionszeit, die Bremswege werden kürzer und Zusammenstöße verlaufen weniger heftig. Genau darauf zielt die Forderung ab: weniger schwere Verletzungen und weniger Todesfälle.

Lesen Sie auch
Immer mehr geben Verbrenner wegen seltsamem Geruch zurück

Autofahrer ausgebremst: 80 km/h auf deutschen Landstraßen generell

Für Autofahrer hätte ein solches Tempolimit spürbare Auswirkungen. Die Reisezeiten auf längeren Strecken würden sich insbesondere im ländlichen Raum verlängern. Gleichzeitig könnte ein niedrigeres Tempo den Kraftstoffverbrauch senken und somit die Kosten reduzieren – ein Aspekt, der in der aktuellen Debatte ebenfalls eine Rolle spielt. Angesichts der explodierenden Spritpreise wäre das auch eine Sparmaßnahme, die selbst von Politiker-Seite schon kam.

Die Forderung ist politisch umstritten. Befürworter sehen darin eine einfache und wirksame Maßnahme für mehr Sicherheit. Kritiker argumentieren hingegen, dass pauschale Limits nicht alle Gefahren berücksichtigen, und setzen sich stattdessen für gezielte Maßnahmen an Unfallschwerpunkten ein. Bis jetzt bleibt es nur eine Forderung und noch keine generelle Regel.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redaktion, Deutsche Verkehrswacht)