
Schon länger bekannt, aber dennoch gefürchtet: Mit dem Juli fällt der Tankrabatt, wodurch die Spritpreise in Deutschland wieder deutlich ansteigen. Experten und Politik sowie die Autofahrer selbst ziehen ein ernüchterndes Fazit.
Die Debatte über die finanzielle Entlastung an den Zapfsäulen war von Beginn an von Zweifeln begleitet. Während die Politik die Maßnahme als Erfolg wertete, blieb die erhoffte Wirkung bei vielen Verbrauchern aus. Der Blick auf die nun anstehenden Veränderungen offenbart die ganze Tragweite der Entscheidung für den Geldbeutel der Autofahrer.
Kritische Stimmen behielten Recht: Tankrabatt kommt nicht bei Bedürftigen an
Ziel des Tankrabatts war, diejenigen Bürger, die auf das Auto angewiesen waren und viel tanken mussten, zu entlasten. Bis zu 17 Cent pro Liter sollte die Ersparnis ausmachen. Die ersten Millionen verpufften jedoch in den Kassen der Konzerne. Durchschnittlich sparten Autofahrer von Benzinfahrzeugen ca. 21 Euro. Beim Diesel lag die durchschnittliche Ersparnis bei ca. 33 Euro. Wirklich etwas vom Tankrabatt hatten nur diejenigen, die ohnehin schon mehr Geld in der Tasche haben und sich entsprechend größere und teurere Fahrzeuge leisten können sowie entsprechend viel tanken.
Kritische Stimmen hatten genau diese Folgen vorhergesagt. Dennoch blieb die Bundesregierung beim Tankrabatt. Eine Verlängerung über den 30. Juni hinaus soll es nicht geben, sodass die Menschen wieder mit deutlich höheren Spritkosten rechnen müssen. Experten rechnen auch damit, dass die Tankstellen die massive Erhöhung schnellstmöglich wieder vornehmen, nämlich am 1. Juli um 12 Uhr mittags. Vorher dürfen aufgrund der 12-Uhr-Regel, die ihre Gültigkeit behält, die Preise nicht ansteigen.
Spritpreise steigen ab Juli deutlich: Das sollten Autofahrer nun berücksichtigen
Autofahrer sollten deshalb nun genau hinschauen und den Zeitpunkt des Tankens planen. Erfahrungsgemäß steigen die Preise im Laufe des Nachmittags an. Da die 12-Uhr-Regel ein Anheben der Spritpreise um Mitternacht vom 30. auf den 1. Juni verbietet, können Autofahrer noch bis 11:59 Uhr mittags am 1. Juli günstiger tanken. Danach springen die meisten Anzeigen erfahrungsgemäß um.
Wer die Möglichkeit hat, sollte daher komplett volltanken und so die Vergünstigung ein letztes Mal nutzen. Danach, so raten Experten, sollte man eine Tank-App nutzen und die Preise im Auge behalten. Auf diese Weise lässt sich ebenfalls sparen.
(Quellen: ADAC, Tagesspiegel, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














