Parken wird drastisch teurer – Autofahrer zahlen bis zu 360 Euro

Eine Hand hält einen Parkzettel. Darauf steht die Zeit, die das Fahrzeug in der Stadt parken kann. Die Parkplätze müssen bezahlt werden.
Symbolbild © imago/ Rolf Poss

Jetzt wird es extrem teuer. Autofahrer zahlen für das Parken bis zu 360 Euro. Viele Menschen sind darüber empört und können sich das so gar nicht mehr leisten.

Parken kostet in vielen Städten inzwischen deutlich mehr als noch vor wenigen Jahren. Mehrere Kommunen haben ihre Gebühren bereits erhöht, weitere ziehen 2026 nach. Autofahrer zahlen teilweise bis zu 360 Euro.

Es wird extrem teuer für die Menschen

Ganz besonders teuer ist dabei Karlsruhe. Hier zahlen Autofahrer bis zu 360 Euro pro Jahr. Damit verlangt die Stadt eine extrem hohe Gebühr. Aber auch in Ulm müssen sich Anwohner auf hohe Kosten einstellen. Die Stadt erhöhte die Jahresgebühr Anfang 2026 von 200 auf 300 Euro. Ganz anders sieht die Situation bislang in Pforzheim aus. Dort kostet der Bewohnerparkausweis lediglich 30,70 Euro im Jahr. Stuttgart verlangte bislang ebenfalls 30,70 Euro, erhöhte den Betrag zum 1. Juli jedoch auf 55 Euro. Nicht nur Bewohner trifft die Entwicklung. Auch wer sein Fahrzeug lediglich für einige Stunden in der Innenstadt abstellt, muss tiefer in die Tasche greifen.

Deutlich günstiger bleibt Pforzheim. Autofahrer zahlen dort zwei Euro für eine Stunde in der Innenstadt. In Ulm kostete die Stunde bislang 2,50 Euro, Anfang Juli erhöhte die Stadt den Preis auf drei Euro. Und auch Heilbronn hat die Preise kräftig angezogen. Bewohner müssen statt rund 30 Euro jetzt 120 Euro pro Jahr aufbringen. Autofahrer zahlen damit etwa viermal so viel wie zuvor. Dass die Unterschiede zwischen den Städten so groß ausfallen, hat einen Grund. Bis 2020 galt bundesweit eine Obergrenze von 30,70 Euro pro Jahr für Bewohnerparkausweise. Seit 2021 dürfen die Kommunen in Baden-Württemberg selbst festlegen, welche Gebühren sie verlangen. Deshalb können wenige Kilometer Entfernung inzwischen einen erheblichen Preisunterschied ausmachen.

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Preisspirale: Experten nennen erste Auswege

Dabei betrifft die Entwicklung sehr viele Menschen. Laut einer aktuellen Umfrage nutzen 65 Prozent der Berufstätigen das Auto für ihren Arbeitsweg. Wer in die Innenstadt fährt, sollte deshalb die Preise vergleichen. Autofahrer zahlen nicht automatisch weniger, wenn sie ihr Fahrzeug am Straßenrand abstellen. Die Experten verweisen beispielsweise auf Mannheim. Dort empfiehlt die Stadt ausdrücklich die Nutzung von Parkhäusern, weil diese grundsätzlich günstiger sein können. Auch das Abstellen des Autos außerhalb des Zentrums und die Weiterfahrt mit Bus oder Bahn können je nach Stadt und Tarifzone mehr als einen Euro pro Parkstunde sparen.

Gut ausgebaute Park-and-Ride-Angebote können dabei eine wichtige Rolle spielen. Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2026 zeigt, dass Pendler gut ausgestattete P+R-Anlagen schätzen und solche Angebote den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr fördern können.

(Quellen: ADAC, Kommunen)