Preis-Schock an Ladesäulen: E-Auto-Strom wird extrem teuer

Die Aufnahme eines Elektroautos, welches gerade aufgetankt wird. Eine Männerhand steckt gerade das Stromkabel in das Auto. Im Hintergrund erkennt man, dass es sich offenbar um einen Parkplatz handelt.
Symbolbild © imago/Bestimage

Während E-Auto-Besitzer ihre Fahrzeuge zu Hause günstig laden können, steigen die Preise an öffentlichen Ladesäulen immer weiter. Die betroffenen Autofahrer sind fassungslos und viele sprechen von Abzocke.

Eigentlich sollte das Tanken für E-Autos deutlich günstiger sein als für Verbrenner. Besonders seit die Spritpreise enorm angestiegen sind, ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen angestiegen. Umso größer ist der Preis-Schock an den Ladestationen.

E-Auto-Strom sollte eigentlich günstig sein

Noch vor einigen Monaten hat die Bundesregierung Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, die die Energiewende entscheidend vorantreiben sollen. So besagt eine Gesetzesänderung faktisch, dass E-Autos künftig nicht mehr als Autos, sondern als fahrende Stromspeicher zählen. Dadurch entfallen die doppelten Gebühren beim Netzentgelt, welches Verbraucher sowohl beim Auf- als auch beim Entladen ihres Fahrzeugs entrichten mussten. Stellt man es richtig an, kann man als E-Auto-Besitzer also wirtschaftlich von der Gesetzesänderung profitieren. Das heißt: Laden, wenn der Strom günstig ist, und entladen, wenn die Preise steigen. So lässt sich jährlich ein Plus zwischen 500 und 720 Euro machen und man kann etwa 14.000 Kilometer kostenlos fahren. Das funktioniert vorerst jedoch nur, wenn man über eine PV-Anlage verfügt sowie über ein Auto, das zum bidirektionalen Laden fähig ist.

Lesen Sie auch
Neue Reiseziele: Mit dem Deutschlandticket ins Ausland

Öffentliche Ladesäulen bieten überteuerten E-Auto-Strom an

Lädt man sein Auto unterwegs in der Stadt oder an einer Raststätte, zeigt sich ein vollkommen anderes Preisbild. Je nach Stromanbieter liegen die Preise je Kilowattstunde an den heimischen Ladestationen bei etwa 25 bis 40 Cent. Je nach Speicherkapazität der Batterie kommt man somit auf moderate Kosten von unter 30 Euro je 100 Kilometer. Unterwegs kann sich der Preis locker verdoppeln. Am teuersten sind hierbei Raststätten und Schnellladestationen. Schuld an den hohen Preisen sei hauptsächlich die noch nicht gänzlich erschlossene Infrastruktur hinter den Ladesäulen. Außerdem haben vielerorts die ansässigen Stromanbieter regelrechte Monopole aufgebaut.

Das heißt: Es fehlt an Konkurrenz und die Anbieter können die Preise nach ihrem Gusto gestalten. Allerdings seien auch Anschluss, Installation und Instandhaltung einer Schnellladestation nicht gerade billig. Zudem ist das Kupfer in den Leitungen eine beliebte Beute für Diebe und auch Vandalismus sei ein großes Problem. Dadurch entstehen immer wieder Mehrkosten, die der Betreiber aufbringen muss. Am Ende sind es jedoch die E-Auto-Fahrer, die draufzahlen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, SP-X, Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt)