Preise explodieren: Tankstellenbetreiber sprechen von „Abzocke“

Eine Tankstelle der Marke "Total" in der Abenddämmerung. Die digitale Anzeige verkündet die Spritpreise, die aktuell an deutschen Autobahn-Tankstellen regelrecht explodieren.
Symbolbild © istockphoto/In Stock

Seit Ende Februar explodieren die Preise an den Tankstellen. Diesel ist nicht nur teurer als Benzin: Beide Spritarten haben inzwischen die 2-Euro-Marke pro Liter überschritten. Tankstellenbetreiber sprechen von Abzocke und wehren sich gegen Vorwürfe.

Die Lage an den Tankstellen spitzt sich immer weiter zu. Auf der einen Seite beschweren sich zahlreiche Autofahrer. Auf der anderen Seite zeigen sich die Tankstellenbetreiber machtlos und sprechen von Abzocke.

Seit Iran-Krieg: Autofahrer zahlen für einen Liter über 2 Euro

Viele Bürger erinnern sich noch lebhaft an die gestiegenen Spritpreise, als der Krieg zwischen der Ukraine und Russland begann. Inzwischen sanken die Preise für Benzin und Diesel wieder. Zwar erreichten sie nicht mehr die Werte noch vor dem Krieg, aber sie fielen wieder weit unter zwei Euro pro Liter.

Seit Ende Februar schossen die Spritpreise nun erneut drastisch nach oben. In fast allen Regionen Deutschlands bezahlen Autofahrer für einen Liter nun über zwei Euro. Und wieder einmal nach längerer Zeit ist Diesel um einige Cents teurer als Benzin. Der Frust bei den Autofahrern steigt und entlädt sich direkt im Shop an den Tankstellen.

Tankstellenbetreiber sehen Abzocke: „Haben keinen Einfluss“

Die Schuld sehen die Autofahrer eindeutig bei den Tankstellenbetreibern. Diese würden aus Profitgier die Spritpreise extra nach oben treiben, um noch etwas Gewinn abzubekommen, so der allgemeine Vorwurf. Die Betreiber wehren sich nun gegen solche Anfeindungen. Sie seien selbst nur Pächter und würden gar keinen Einfluss auf die Preisgestaltung an den Zapfsäulen haben. Die Preise geben hierzulande die Mineralölgesellschaften vor. Doch davon lassen sich die Verbraucher nicht überzeugen. Aus Ärger und Wut würden sie nur tanken und nichts mehr im Shop kaufen. Genau dies würde die Betreiber jedoch in Probleme stürzen, denn die Einkäufe würden 60 Prozent des Umsatzes und damit einen wesentlichen Anteil am Gewinn ausmachen.

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Auch die Politik sieht keine Veranlassung, bei den derzeitigen Preisen zu handeln. Das Kartellamt sei ein zahnloser Tiger, heißt es, denn noch könne man bei diesen Preisen keinen Wucher feststellen. Einen Tankrabatt, wie ihn die Bundesregierung 2022 für Autofahrer gewährte, schließt die derzeitige Regierung kategorisch aus. Damit bleiben den Autofahrern, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, nur zwei Möglichkeiten: Entweder tanken sie im Ausland oder sie nehmen die erhöhten Preise zähneknirschend hin.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Tankstellen-Interessenverband)