
In vielen Städten und Bundesländern Deutschlands gibt es vergünstigte Tickets zur Nutzung von Bus und Bahn. Bei einem bestimmten Ticket steigt der Preis bald jedoch enorm an.
Das sogenannte Sozialticket ermöglicht es auch finanziell schwächeren Menschen, sich mit dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr fortzubewegen. Ein Bundesland dreht nun aber ordentlich an der Preisschraube.
Preisschock: Sozialticket in Berlin wird teurer
Das Berlin-Ticket S ist ein vergünstigtes Nahverkehrsticket für Menschen, die Sozialleistungen beziehen. Bis 2022 kostete dieses Ticket 27,50 Euro. Danach war es für sehr erschwingliche 9 Euro zu bekommen. Zum 1. April dieses Jahres stieg der Preis schon um mehr als das Doppelte auf 19 Euro. Jetzt hat der Berliner Senat beschlossen, das Sozialticket in der Hauptstadt wieder auf den alten Preis von 27,50 Euro anzuheben. Damit ist das Ticket ab dem 1. Januar 2026 dreimal so teuer wie noch vor einem Jahr. Dadurch könnten viele hilfsbedürftige Menschen an ihre finanzielle Schmerzgrenze gelangen. In Zeiten, in denen die Mieten und Lebenshaltungskosten immer mehr ansteigen, wird eine Busfahrt zum Arzt ein regelrechter Luxus.
Das sehen auch Linke und Grüne so und kritisieren die Erhöhung aufs Schärfste. Zur Plenarsitzung am 9. Oktober 2025 will die Linksfraktion deshalb einen Antrag vorbringen, der für ein tatsächlich soziales Sozialticket plädiert. Die sozialpolitische Sprecherin Katina Schubert und der verkehrspolitische Sprecher Kristian Ronneburg erklären, dass sie die Preiserhöhung auf jeden Fall verhindern wollen. Diese sei „sozial ungerecht“ und sogar „klimapolitisch fatal“.
Sozialticket steigt von 9 auf fast 30 Euro
Der Berliner Senat bekommt noch mehr Gegenwind. Die Grünen unterstützen den Antrag der Linken nämlich, da er den Missstand fördere, die Stadt in Arm und Reich zu spalten. Immerhin betrage die Jahresgebühr für das Parken als Anwohner nur etwa ein Drittel des neuen Preises für das Berlin-Ticket. Grünen-Fraktionschef Werner Graf ist der festen Überzeugung, dass das Sozialticket Grundvoraussetzung für Mobilität und Chancengleichheit sei. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe von der SPD zeigt sich unterdessen stolz, dass es überhaupt möglich sei, das Sozialticket zu erhalten. Trotz knapper Haushaltsmittel und Sparauflagen sei es eine freiwillige Leistung des Landes. Berechtigte Menschen hätten damit weiterhin die Chance, Bus und Bahn zu einem ermäßigten Preis zu nutzen.














