
Seit Anfang 2026 unterstützt der Staat den Kauf neuer Elektroautos wieder mit einer Prämie von bis zu 6.000 Euro. Die Förderung gilt allerdings ausschließlich für Neuwagen. Dadurch entscheiden sich viele Interessenten für ein neues Fahrzeug statt für einen Gebrauchten. Das erhöht den Druck auf den Gebrauchtwagenmarkt – es droht ein Preisverfall bei gebrauchten E-Autos.
Gleichzeitig kommen immer mehr ehemalige Leasingfahrzeuge auf den Markt. Vor allem die großen Zulassungsjahre 2023 und 2024 sorgen nun für eine wachsende Zahl junger Gebrauchtwagen. Das Angebot steigt schneller als die Nachfrage. Die Folge: Viele Händler müssen ihre Preise senken.
Deutliche Zahlen: E-Autos sollen viel billiger werden
Die Zahlen zeigen die Entwicklung deutlich. Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand erreichen gebrauchte Elektroautos derzeit im Durchschnitt nur noch rund 49 Prozent ihres ursprünglichen Neupreises. Benziner und Diesel erzielen deutlich höhere Restwerte. Für Käufer bedeutet das: Fahrzeuge, die vor wenigen Jahren noch weit über 40.000 Euro gekostet haben, sind heute teilweise für die Hälfte erhältlich. Auch die durchschnittlichen Angebotspreise sinken. Marktbeobachter berichten, dass gebrauchte Elektroautos inzwischen erstmals seit längerer Zeit wieder unter die Marke von 30.000 Euro gerutscht sind. Besonders Modelle aus dem Volumensegment profitieren von dieser Entwicklung.
Für Käufer ergibt sich daraus eine interessante Situation. Viele Fahrzeuge verfügen noch über Herstellergarantien für die Batterie. Zudem haben moderne Akkus häufig Garantielaufzeiten von bis zu acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Die Sorge vor einem schnellen Akkuverschleiß verliert dadurch für viele Interessenten an Bedeutung.
Vorsicht beim Kauf gebrauchter E-Autos – Preisverfall setzt ein
Experten raten dennoch zu einem genauen Blick auf den Zustand der Batterie. Der sogenannte State of Health, also die verbleibende Akkukapazität, spielt eine wichtige Rolle beim Fahrzeugwert. Wer hier auf transparente Nachweise achtet, kann böse Überraschungen vermeiden. Nicht jeder profitiert allerdings von der Entwicklung. Für Verkäufer und Leasinggesellschaften bedeutet der Preisverfall teilweise spürbare Verluste. Käufer hingegen befinden sich aktuell in einer komfortablen Position.
Sie können zwischen einer großen Zahl junger Gebrauchtwagen wählen und haben oft bessere Verhandlungsmöglichkeiten als noch vor wenigen Jahren. Ob der Preisrückgang anhält, hängt auch von der weiteren Entwicklung der Elektromobilität ab. Der Verband der Automobilindustrie rechnet für 2026 mit einem deutlichen Anstieg der Neuzulassungen von Elektroautos. Dadurch dürften in den kommenden Jahren weitere Fahrzeuge auf den Gebrauchtmarkt gelangen.
(Quellen: Deutsche Automobil Treuhand (DAT), Kraftfahrt-Bundesamt, Verband der Automobilindustrie (VDA), Allianz, Marktanalysen zum Gebrauchtwagenmarkt)














