Rassismus-Eklat in Zug: Bahn-Mitarbeiterin greift offenbar nicht ein

Am Münchener Hauptbahnhof stehen viele Menschen und warten auf den Zug, der gerade einfährt. Einige stehen schon vorne und sind bereit einzusteigen, sobald sich die Türen öffnen. Andere stehen an den Fahrplan-Aushängen und warten auf den richtigen Zug.
Symbolbild © imago/NurPhoto

Aufregung um die Reaktion einer Bahn-Mitarbeiterin: Ein Rassismus-Eklat im Zug sorgt derzeit für hitzige Debatten. Die mutmaßliche Schaffnerin soll trotz eines offenen Angriffs nicht eingegriffen haben. Die Details zum Vorfall.

Es ist nicht nur der offenbar rassistische Angriff, der für Schlagzeilen sorgt. Vor allem die Reaktion einer Person, die als Zugmitarbeiterin angegeben wird und helfen soll, ruft starke Emotionen hervor.

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Ob Beleidigungen, Ausgrenzung oder Gewaltandrohungen: Personen ethnischer Minderheiten oder Glaubensgemeinschaften werden in Deutschland immer wieder Ziel rassistischer Vorfälle. Fast die Hälfte der Personen ist regelmäßig betroffen. Besonders hoch ist der Anteil unter anderem bei muslimischen Frauen. Das hat eine Befragung des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors ergeben.

Erst kürzlich ging ein Instagram-Video der Autorin Jana Heinicke viral, die eigenen Angaben nach Zeugin eines solchen Vorfalls geworden ist: Zwei Männer hätten Frauen mit Kopftuch im Zug rassistisch angegriffen. Sie sollen gesagt haben, dass diese „nach Auschwitz gehen“ sollten. Daraufhin habe Heinicke die mutmaßliche Bahn-Mitarbeiterin aufgefordert, die Polizei zu verständigen. Diese habe sich jedoch geweigert, weil der Zug sich dann verspäten könne. Anschließend soll Heinicke deshalb selbst die Polizei gerufen haben.

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Rassismus-Eklat Zug: Bahn-Mitarbeiterin im Fokus

Auf sozialen Plattformen wie Instagram reagieren Nutzer unterschiedlich. Neben Unverständnis für Heinicke gibt es auch Zuspruch für ihre Reaktion: „Danke für die Zivilcourage“, schreibt eine Person etwa. Eine andere bezeichnet die mutmaßliche Schaffnerin als „feige und verräterisch“, weil diese sich geweigert haben soll, Hilfe zu organisieren. „Das ist übel, dass sie da nichts unternimmt“, schließt sich ein Instagram-Nutzer an.

Inzwischen hat sich die Deutsche Bahn (DB) zu dem Vorfall im Zug geäußert und erklärt, den Fall intern aufarbeiten zu wollen. Bei Heinicke bedankt man sich für die Zivilcourage. Rassistisches Handeln sei mit den Werten der DB nicht vereinbar. Wer selbst Opfer oder Zeuge von Rassismus oder Gewaltandrohungen wird, hat unterschiedliche Möglichkeiten: die Polizei alarmieren und Personen in der Nähe um Hilfe bitten. Zudem ist es weiterhin wichtig, im Zug das Personal zu informieren.

(Quellen: Deutsche Bahn, Social Media, Betroffene, dpa)