Rückkehr: Elektro-Wende scheitert komplett bei großem Autobauer

Hersteller arbeiten an der Produktion eines E-Autos in einer Fabrik. Die Mitarbeiter des deutschen Autobauers tragen Arbeitskleidung. Das hintere Auto hat eine geöffnete Motorhaube und steht neben einer Treppe.
Symbolbild © imago/ITAR-TASS

Ein traditionsreicher Sportwagenhersteller vollzieht überraschend eine Kehrtwende bei seiner Strategie. Die ambitionierten Elektropläne werden deutlich zurückgefahren – für viele Beobachter ein Zeichen: Die Elektro-Wende scheitert komplett.

Erst lautstark auf Elektro setzen – und nun die überraschende Kehrtwende: Ein großer Sportwagenbauer verabschiedet sich still vom radikalen Stromkurs.

Elektro-Strategie gerät ins Wanken

Ein traditionsreicher Sportwagenhersteller sollte komplett elektrifiziert werden und sich als luxuriöse Highend-Marke für vollelektrische Performance-Modelle neu erfinden. Hinter der Strategie stand der chinesische Autokonzern Geely, der die britische Marke Lotus modernisieren und gleichzeitig in eine elektrische Zukunft führen wollte.

Doch die Realität auf dem Markt sieht anders aus. Die Nachfrage nach rein elektrischen Luxus-Sportwagen wächst langsamer als erhofft, während Kunden weiterhin hohe Reichweiten und kompromisslose Leistung verlangen. Dazu kommen politische Faktoren: Die im vergangenen Jahr erhöhten EU-Zölle auf in China produzierte E-Autos setzen Hersteller zusätzlich unter Druck. Die Konsequenz: Statt kompromisslos auf Batterieautos zu setzen, kehrt der Hersteller teilweise zu einer Technologie zurück, die viele schon abgeschrieben hatten – dem Hybridantrieb.

Fast 1000 PS – und kein reines Elektroauto mehr

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Das beste Beispiel für diese Kursänderung ist der neue Lotus Eletre X. Dabei handelt es sich nicht um einen reinen Stromer. Stattdessen steckt unter der Karosserie ein leistungsstarker Hybridantrieb. 700 kW beziehungsweise 952 PS sorgen dafür, dass der rund 2,5 Tonnen schwere Luxus-SUV in gerade einmal 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprintet. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 230 km/h begrenzt. Beim Thema Reichweite zeigt sich ebenfalls der Kompromiss: Über 1.200 Kilometer sollen möglich sein. Rein elektrisch schafft das Fahrzeug etwa 350 Kilometer. Ein weiterer Vorteil aus Sicht des Herstellers: Als Hybrid fällt das Modell nicht unter die strengen EU-Zölle für in China gebaute Elektroautos. Gleichzeitig ist der Wagen im Heimatmarkt China sogar günstiger als die vollelektrische Variante.

Der Marktstart in Europa ist bereits geplant: Ab Herbst soll das neue Modell erhältlich sein. Der Preis wird bei etwa 100.000 Euro liegen. Damit positioniert sich das Fahrzeug direkt gegen etablierte Luxus-SUVs wie den Porsche Cayenne oder den Lamborghini Urus.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Unternehmensangaben Lotus)