Rückzug: Immer mehr Autobauer verhindern Umstieg auf E-Mobilität

Ein Arbeiter steht in einer Fabrik, in der man mehrere elektrische Autos produziert. Am Fließband setzen Mitarbeiter einzelne Teile zusammen, um das E-Auto sicher für die Straße zu machen.
Symbolbild © imago/Kirchner-Media

In Deutschland ist in den letzten Jahren vermehrt von der Verkehrs- und der Energiewende die Rede. Die E-Mobilität soll für beides zielführend sein, doch Autobauer verhindern den Umstieg zunehmend.

Die von vielen Wirtschaftsbossen und Politikern beschworene Verkehrswende kommt nur schleppend voran. Ein Grund hierfür ist, dass Autobauer zunehmend den Umstieg auf die neue und fortschrittliche E-Mobilität verhindern. Die Gründe dafür überraschen. Es tut sich die Frage auf, ob die umweltfreundliche Mobilität noch eine Zukunft hat.

Lobbyarbeit der Autobauer gefährdet Klimaziele

Die Studie „Automakers and Climate Policy Advocacy: A Global Analysis“ zeigt auf, wie die größten Autohersteller weltweit mit ihrer negativen Lobbyarbeit die globalen Klimaziele gefährden. Untersucht wurden die Strategien der 15 größten Hersteller der Branche. Das Ergebnis ist ernüchternd: Alle Unternehmen, außer Tesla, haben sich aktiv gegen mindestens eine Politik zur Förderung von E-Autos ausgesprochen.

Besonders schlecht schnitt der japanische Hersteller Toyota ab, der in mehreren Regionen, darunter die USA, Australien und Großbritannien, gegen Klimavorschriften zur Förderung von Elektrofahrzeugen vorgeht. Toyota-Chef Akio Toyoda glaubt nicht an die Zukunft der E-Autos. Generell sind japanische Hersteller laut der Studie am wenigsten auf den Übergang zur Elektromobilität vorbereitet.

Deutsche Hersteller und die Elektroauto-Politik

Auch deutsche Automobilhersteller kommen in der Studie nicht gut weg. BMW erhielt ein „D+“ für seine intensive negative Lobbyarbeit in Bezug auf Klimapolitik. Volkswagen und Mercedes schnitten mit „C-“ nur minimal besser ab. Sehr ernüchternd also für die Vorzeige-Branche in Deutschland. Selbst der Hersteller Tesla, der sich komplett auf E-Autos fokussiert, bekam nur die Note „B“. Laut Prognosen werden bis 2030 nur drei der fünfzehn Unternehmen ausreichend E-Autos produzieren, um den 1,5-Grad-Pfad der Internationalen Energieagentur (IEA) zu erfüllen. Diese sind Tesla, Mercedes und BMW. Ist da noch eine Besserung in Sicht?

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Ein weiteres wachsendes Problem stellt die Produktion großer und schwerer SUVs dar. Laut der Studie sagen die Macher voraus, dass Autobauer die Produktion von SUVs und leichten Nutzfahrzeugen weltweit steigern werden. Gleichzeitig drängt man in der Politik darauf, die Vorschriften und Regulierungen für größere Fahrzeuge zu verschärfen. Denn der höhere Energieverbrauch dieser Fahrzeuge stellt eine zunehmende Bedrohung für die globalen Klimaziele dar. So viel ist bereits seit Jahren bekannt, doch passiert ist in diese Richtung nichts. Die hohe Nachfrage nach großen Autos könnte den Fortschritt in Richtung einer klimafreundlicheren Mobilität weiter behindern und die angestrebten Umweltziele gefährden. Bekommen die Autobauer, vor allem in Deutschland, hier noch einmal die Kurve? Es bleibt abzuwarten.