
Die Bahn kündigt eine Sauberkeits-Kehrtwende an. Um die Verschmutzung in Zügen in den Griff zu bekommen, verdoppelt sie das Reinigungspersonal und setzt mobile Reparaturteams ein.
Mit einer Sauberkeits-Kehrtwende reagiert die Bahn auf Kundenbeschwerden: In viel genutzten Zügen wird kräftig aufgestockt. Doch das ist längst nicht alles, was der Konzern plant.
Reinigungsoffensive: Fernverkehr im Schleudergang
Die Deutsche Bahn will in den kommenden Monaten für sauberere Züge sorgen. Wie Fernverkehrs-Vorstand Peterson mitteilte, wird man das Reinigungspersonal in viel genutzten Zügen verdoppeln – von derzeit 110 auf dann 220 Beschäftigte. Die zusätzlichen Mitarbeiter sollen vor allem in stark frequentierten Zügen für mehr Sauberkeit sorgen. Außerdem werden mobile Teams an den Knotenbahnhöfen Frankfurt, München, Hamburg und Berlin stationiert. Sie kümmern sich um Sonderreinigungen sowie um Reparaturen etwa an Toiletten oder Kaffeeautomaten. Die Personaloffensive ist Teil eines Sofortprogramms, für das die Bahn in diesem Jahr 20 Millionen Euro zusätzlich ausgibt. Ziel ist ein verlässlicheres Angebot in den Bord-Restaurants und eine höhere Verfügbarkeit von Anlagen wie Toiletten oder Kaffeemaschinen.
Schon vor einem Monat hatte die Bahn ein anderes Sauberkeitspaket geschnürt – in diesem Fall für die Bahnhöfe. Damals verkündete Bahnchefin Evelyn Palla am Berliner Hauptbahnhof ein Sofortprogramm für mehr Sicherheit und Sauberkeit an 25 ausgewählten Bahnhöfen. Darunter große Knotenpunkte wie Hamburg, Köln, München und Berlin, aber auch kleinere Stationen im ländlichen Raum. Insgesamt stellt der Konzern 50 Millionen Euro zusätzlich für die Reinigung der Bahnhöfe bereit. 2026 sollen doppelt so viele Bahnhöfe wie im Vorjahr einen sogenannten Frühjahrsputz erhalten: 1.400 statt 700 – also ein Viertel aller DB-Bahnhöfe.
Doch das ist noch nicht alles: 44 Handwerksteams für schnelle Reparaturen
Zusätzlich stellt die Bahn bundesweit 44 mobile Handwerker-Trupps zusammen, die bei schnellen Reparaturen helfen sollen. Sie sollen beschädigte Scheiben austauschen, Wände streichen oder Vitrinen reparieren – möglichst ohne lange Wartezeiten. Das Personal wird demnach Bahnsteige, Treppen, Tunnel, Aufzüge, Glasflächen, Automaten und Mobiliar reinigen, inklusive Graffiti- und Kaugummientfernung.
Die Bahn investiert 2026 mehr als 140 Millionen Euro in drei Sofortprogramme: für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen, für bessere Kundenkommunikation und für mehr Komfort im Fernverkehr. Die aktuell angekündigte Verdopplung des Reinigungspersonals in den Zügen ist ein zentraler Baustein dieser Offensive. Ob die Maßnahmen ausreichen, um das Kundenerlebnis spürbar zu verbessern, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
(Quellen: Deutsche Bahn, dpa)














