
Zehntausende Jobs stehen auf der Kippe, und Abfindungen von bis zu 400.000 Euro locken – der umfangreiche Sparkurs bei Volkswagen sorgt für tiefgreifende Veränderungen in den deutschen Werken.
VW kürzt Stellen, senkt Kosten und setzt auf freiwillige Abgänge – doch viele Mitarbeiter müssen noch Jahre auf ihre Austritte warten.
11.000 Jobs schon weg – und es geht weiter
Volkswagen treibt seinen massiven Sparkurs in Deutschland voran. Nach Unternehmensangaben haben inzwischen mehr als 25.000 Mitarbeiter ihre Verträge für einen Austritt unterschrieben – das sind rund siebzig Prozent des bis 2030 geplanten Stellenabbaus von 35.000 Jobs. Seit Ende 2023 ist die Belegschaft bereits um über 11.000 Beschäftigte geschrumpft.
Die Folgen sind spürbar: An den Standorten Wolfsburg, Emden und Zwickau sanken die Fabrikkosten im Schnitt um fast dreißig Prozent. Jedes dritte Gremium innerhalb der Marke wurde gestrichen, um Entscheidungen schneller treffen zu können. Zugleich hat Volkswagen mit dem Betriebsrat konkrete Standortvereinbarungen für alle deutschen Werke unterzeichnet. Betriebsbedingte Kündigungen soll es dabei nicht geben, der Abbau erfolgt über Vorruhestand oder Abfindungen – für ältere wie auch für jüngere Mitarbeiter, die freiwillig gehen.
Hohe Abfindungen und alte Erinnerungen
Wer freiwillig geht, kann laut Unternehmenskreisen bis zu 400.000 Euro erhalten. Doch viele der geplanten Austritte ziehen sich noch über Jahre hin. Erst wenn individuelle Vorruhestands- oder Abfindungsfristen greifen, verlassen die Beschäftigten tatsächlich den Konzern. Volkswagen hat Erfahrung mit Sparprogrammen: Bereits in den 1990er-Jahren standen massive Entlassungen im Raum. Damals reagierten die Mitarbeiter mit einer Vier-Tage-Woche und Lohnverzicht von bis zu zwanzig Prozent – eine Regelung, die von 1994 bis 2006 galt.
Der aktuelle Sparkurs kommt nicht ohne Grund: Weniger Autoverkäufe und die hohen Kosten des Umbauprogramms führten 2024 zu einem Gewinneinbruch von fast 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz dieser finanziellen Einbußen zeigt der Konzern Optimismus. Mit den freiwilligen Abgängen und der Effizienzsteigerung sollen die deutschen Werke langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Volkswagen steht damit vor einem Wandel, der sowohl Chancen als auch Unsicherheiten für die Beschäftigten mit sich bringt.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Volkswagen AG)














