Sparkurs: Deutsche-Bahn-Tochter streicht Tausende Stellen

Ein ICE der Deutschen Bahn steht an einem Gleis eines scheinbar größeren Bahnhofs. Ein Fahrgast mit Gepäck steht am Bahnsteig. Dahinter ist ein weiterer Fahrgast mit Fahrrad zu sehen. Hinter dem Snack-Automaten befindet sich ein weiterer Zug.
Symbolbild © imago/STEINSIEK.CH

Schock bei der kriselnden Bahn-Tochter: Das Unternehmen streicht Tausende Stellen, fast jeder zweite Job ist betroffen. Ein radikaler Sparkurs soll die Milliardenverluste stoppen – für viele Beschäftigte beginnt jetzt das große Zittern.

Radikaler Sparkurs bei einer kriselnden Deutsche-Bahn-Tochter: Tausende Jobs wackeln, Standorte stehen vor dem Aus – und die Zeit drängt gewaltig.

Kahlschlag bei der Bahn-Tochter

Jetzt wird ernst gemacht! Bei der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn sollen in Deutschland fast die Hälfte aller Stellen wegfallen. Von aktuell rund 14.000 Vollzeitjobs sollen 6.200 gestrichen werden. Betroffen sind nahezu alle Bereiche der DB Cargo – vom Fahrbetrieb über Disposition und Planung bis hin zu Verwaltung, Vertrieb und IT.

Der drastische Schnitt kommt nicht überraschend, aber in dieser Wucht schockt er selbst Branchenkenner. Vorstandschef Bernhard Osburg treibt den Umbau mit Hochdruck voran. Sein Ziel: Das defizitäre Unternehmen endlich zurück in die Gewinnzone bringen. Hintergrund ist ein EU-Beihilfeverfahren – noch in diesem Jahr müssen schwarze Zahlen her. Osburgs Vorgängerin, Sigrid Nikutta, hatte ebenfalls einen Sanierungskurs eingeschlagen. Doch ihr Konzept fiel bei einem externen Gutachten durch – im Oktober musste sie gehen.

Lesen Sie auch
Neuer Mega-Zuschuss kommt: E-Autos werden jetzt richtig billig

Zahlenalarm und Milliardenplan

Wie dramatisch die Lage ist, zeigen aktuelle Zahlen der Tochter DB Cargo. Im ersten Halbjahr 2025 wurden zehn Prozent weniger Güter transportiert. Der Umsatz sackte um neun Prozent auf 2,5 Milliarden Euro ab. Zwar verringerte sich der operative Verlust – doch mit 96 Millionen Euro bleibt er schmerzhaft hoch. Im März erwartet man die Jahreszahlen.

Der Stellenabbau ist nur eine von vier zentralen Maßnahmen. Mit einer schlankeren Verwaltung, mehr Effizienz im Fuhrpark und weiteren Einsparungen sollen rund eine Milliarde Euro eingespart werden. Außerdem will Osburg stärker ins europäische Ausland expandieren. Denn in Deutschland bröckelt das Geschäft: Vor allem die Branchen Auto, Chemie und Stahl – einst starke Auftraggeber – schwächeln. Hinzu kommt: Konkurrenten haben mittlerweile rund sechzig Prozent Marktanteil im deutschen Güterverkehr. Trotz aller Einschnitte bleibt ein Problem: Selbst nach dem Umbau dürfte der Einzelwagenverkehr nicht profitabel sein. Ohne staatliche Unterstützung wird es wohl nicht gehen. Der Sparkurs ist hart – doch für die Bahn-Tochter offenbar alternativlos.

(Quellen: Angaben von DB Cargo, Deutsche Presse-Agentur)