Sprit in Deutschland viel zu teuer – Ausland bis zu 35 Cent billiger

Im Vordergrund befinden sich zwei 500-Euro-Scheine. Im Hintergrund ist eine Anzeigentafel für Spritpreise zu sehen. Bei Diesel, E10, Super und Super Plus steht die Aufschrift "teuer".
Symbolbild © istockphoto/Stadtratte

Autofahrer zahlen in Deutschland derzeit besonders viel für Benzin und Diesel. Ein aktueller Vergleich zeigt, wie groß der Abstand zu anderen europäischen Ländern inzwischen ausfällt. Schon direkt hinter der Grenze können bei einer Tankfüllung zweistellige Beträge zusammenkommen.

Die enormen Preisunterschiede an den Zapfsäulen belasten die Haushaltskassen vieler Pendler spürbar. Deshalb weichen immer mehr Autofahrer für den fälligen Tankstopp gezielt in die Nachbarländer aus. Vor allem in den Grenzregionen lohnt sich der kurze Weg über die Grenze im Alltag finanziell extrem. Zudem sorgt die ungleiche Steuerlast in Europa weiterhin für heftige Diskussionen in der Wirtschaft.

Aktuelle Spritpreise auf Rekordhoch: Im Ausland ist es bis zu 35 Cent billiger

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes bestätigen das hohe deutsche Preisniveau. Am 7. September kostete ein Liter Super E5 in Deutschland im Tagesdurchschnitt 2,33 Euro. Für einen Liter Diesel zahlten Autofahrer ebenfalls 2,33 Euro. In Österreich lag Super dagegen bei 1,91 Euro und Diesel bei 2,13 Euro. Auch andere direkte Nachbarländer schneiden günstiger ab. In Tschechien kostete Benzin nur 1,81 Euro je Liter und Diesel 1,96 Euro. Polen kam ebenfalls auf 1,81 Euro bei Benzin und auf 1,98 Euro bei Diesel.

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Noch größer werden die Unterschiede beim Blick auf ganz Europa. In Kroatien lag der Benzinpreis zuletzt bei 1,73 Euro, in Spanien bei 1,82 Euro. Autofahrer zahlen dort für einen 50-Liter-Tank deutlich weniger als in Deutschland. Nur wenige EU-Länder bewegen sich derzeit überhaupt über dem deutschen Preisniveau. Bei Benzin lagen Dänemark mit 2,63 Euro und die Niederlande mit 2,47 Euro vor Deutschland. Beim Diesel zahlten Autofahrer in Finnland, den Niederlanden und Dänemark noch mehr.

Abgaben und Steuern treiben die Spritpreise immer weiter nach oben

Einen wesentlichen Anteil am deutschen Tankstellenpreis haben Steuern und Abgaben. Die Energiesteuer belastet jeden Liter Kraftstoff. Hinzu kommen der CO₂-Preis und die Mehrwertsteuer. Gleichzeitig beeinflussen Rohölpreise, Wechselkurse, Transportkosten und die Situation auf den internationalen Energiemärkten die Preise an den Zapfsäulen.

Der ADAC rät dennoch davon ab, nur für eine günstigere Tankfüllung weite Strecken ins Ausland zu fahren. Zusätzliche Kilometer können die Ersparnis schnell auffressen. Wer ohnehin nach Österreich, Tschechien oder in ein anderes günstigeres Land fährt, kann seine Tankstopps dagegen entsprechend planen. Auch innerhalb eines Landes schwanken die Preise erheblich. Autobahntankstellen verlangen häufig deutlich mehr als Tankstellen abseits der großen Reiserouten.

(Quellen: EU-Kommission, ADAC)