Spritpreise auf Rekordhoch: Über 2-Euro-Marke jetzt geknackt

Eine Tankstelle der Marke "Total" in der Abenddämmerung. Die digitale Anzeige verkündet die Spritpreise, die aktuell an deutschen Autobahn-Tankstellen regelrecht explodieren.
Symbolbild © istockphoto/In Stock

Autofahren verkommt immer mehr zum Luxus und wird für viele Menschen unerschwinglich und schlicht zu teuer. Denn die Spritpreise sind auf einem Rekordhoch und ein Ende ist nicht in Sicht. Die 2-Euro-Marke ist geknackt und die Krisen, die dafür sorgen, noch längst nicht vorbei.

Millionen Menschen in Deutschland sind täglich auf ihr eigenes Auto angewiesen und damit auch auf Benzin. Nun erreichen aber die Spritpreise an den deutschen Tankstellen ein neues Rekordhoch oberhalb der 2-Euro-Marke, und alle fragen sich, wie viel noch teurer es noch werden kann.

Wenn Krisen plötzlich an der Zapfsäule spürbar werden

Internationale Konflikte wirken sich oft schneller auf den Alltag aus, als viele Menschen denken. Besonders deutlich zeigt sich das derzeit beim Blick auf die Preistafeln deutscher Tankstellen. Die Kosten für Benzin und Diesel sind erneut deutlich gestiegen. Aktuelle Daten zeigen: Super E10 kostet im Schnitt rund 2,03 Euro pro Liter, Diesel liegt sogar bei etwa 2,15 Euro. Gleichzeitig kletterte der Ölpreis der wichtigen Nordsee-Sorte Brent zuletzt auf rund 103 US-Dollar pro Barrel. Damit liegt der Preis deutlich höher als noch zu Jahresbeginn.

Da Rohöl fast ausschließlich in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein stärkerer Dollar automatisch auch den Einkauf für Europa. Laut Marktanalysen gewann die US-Währung seit Anfang März rund drei Prozent gegenüber dem Euro. Für Autofahrer lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf kleine Spartipps. Verbraucherschützer empfehlen etwa, abends zu tanken statt morgens. Hier liegt der Preisunterschied oft bei bis zu sieben Cent pro Liter. Auch Apps mit Tankstellenvergleich können helfen, kurzfristige Preisschwankungen zu nutzen.

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Tankrabatt vermeiden: Experten warnen vor politischem Eingriff

Angesichts der steigenden Preise fordern einige Politiker eine Entlastung für Autofahrer. Im Gespräch ist erneut eine Senkung der Energiesteuer – ähnlich dem sogenannten Tankrabatt, der bereits 2022 eingeführt wurde. Damals sollten niedrigere Steuern den Spritpreis kurzfristig drücken. Allerdings zeigte sich später, dass ein Teil der Entlastung nicht vollständig bei den Verbrauchern ankam. Studien des ifo-Instituts und anderer Wirtschaftsforscher kamen zu dem Ergebnis, dass Mineralölkonzerne einen Teil der Steuersenkung in ihren Preisen behalten konnten. Ein Beratungsgremium der Bundesregierung warnt deshalb jetzt vor einer Wiederholung.

Denn steigende Preise gelten in der Wirtschaft als wichtiges Signal für Knappheit. Wenn Rohstoffe wie Öl teurer werden, sinkt automatisch der Verbrauch oder es entstehen Anreize für effizientere Alternativen. Für Autofahrer bedeutet das hauptsächlich eines: Solange geopolitische Spannungen die Energiemärkte beeinflussen, bleibt auch der Preis an der Zapfsäule anfällig für neue Sprünge.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)