Stillgelegte Zugstrecken werden zu Fahrradwegen umgerüstet

Unbefahrene Gleise für Züge erstrecken sich in Richtung Horizont. Die zwei Schienen verlaufen parallel nebeneinander, dann kommt eine Weiche, auf der die Bahnen die Spur wechseln können. Neben den Trassen stehen Strommaste, die die Infrastruktur mit Elektrizität versorgen. Stillgelegte Zugstrecken werden immer häufiger für andere Zwecke genutzt.
Symbolbild © istockphoto/Miguel Habano

In vielen Städten werden alte Gleise nicht dem Verfall überlassen. Stillgelegte Zugstrecken verwandeln sich somit in neue Fahrradwege – und sorgen für überraschende Veränderungen im Alltag.

Wo früher Züge ratterten, entstehen heute neue Möglichkeiten für grüne Mobilität. Stillgelegte Zugstrecken machen als Fahrradwege von sich reden – mit spannenden Projekten direkt vor unserer Haustür.

Vom Gleis zum Radweg: So bekommen alte Trassen neues Leben eingehaucht

Immer mehr Städte im Ruhrgebiet entdecken alte Bahntrassen als wertvolle Flächen für klimafreundliche Mobilität. Denn was einst von Güter- und Personenzügen genutzt wurde, verwandelt sich nach und nach in komfortable Rad- und Fußwege. Und das sorgt für kürzere Verbindungen und neue Lebensqualität. Stillgelegte Zugstrecken in Fahrradwege zu verwandeln, wird somit zu einem zentralen Bestandteil regionaler Verkehrskonzepte. Jüngstes Beispiel ist die Wegeverbindung zwischen Essen-Horst und Bochum-Dahlhausen, die am 5. September feierlich freigegeben wurde. Nach umfassender Grundsanierung entstand ein rund 360 Meter langer und 3 Meter breiter Weg – 190 Meter auf Essener, 170 Meter auf Bochumer Seite. Dank wassergebundener Bauweise fügt er sich naturnah in die Umgebung ein und unterstützt gleichzeitig die Regenwasserbewirtschaftung.

Die beiden Städte heben hervor, wie wichtig ihnen diese Zusammenarbeit ist. Währenddessen wächst der Radschnellweg Ruhr (RS1) weiter. Denn bereits zwischen Dezember 2024 und August 2025 wurde in Bochum ein 3,2 Kilometer langes Teilstück zwischen der Parkstraße (Stadtgrenze Gelsenkirchen) und der Darpestraße fertiggestellt. Die Trasse verläuft auf den alten Gleisen der Rheinischen Eisenbahn und führt durch Wattenscheid, Günnigfeld und Hamme. Über sieben Zufahrten ist der Abschnitt mit dem städtischen Radnetz verbunden.

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Alte Gleise, große Veränderungen: Bald passiert etwas Unerwartetes

Ein Highlight folgt aber noch: Die Brücke an der Parkstraße wird bis 2026 fertiggestellt – bis dahin können Radfahrer eine lokale Umfahrung nutzen. Schon steht das nächste Bahntrassen-Projekt in den Startlöchern. Bochum plant, die stillgelegte Carolinenglückbahn zu einem Rad- und Fußweg umzubauen. Am 2. Oktober 2025 entscheidet die Politik, ob die Stadt die Flächen von der Deutschen Bahn übernehmen darf.

Der rund 500 Meter lange Abschnitt soll die Erzbahntrasse mit der Blücherstraße verbinden – und damit einen direkten Anschluss an den RS1 schaffen. Neben einer Rampe und einer Mittelinsel zur Querung ist sogar eine kurze Protected Bike Lane vorgesehen, die Radler baulich vom Autoverkehr trennt.

Die Beispiele zeigen: Das Ruhrgebiet entwickelt sich immer mehr zum Land der Bahntrassenradwege. Alte Schienenstränge bekommen ein zweites Leben – nicht mehr für Züge, sondern für Fahrräder und Fußgänger. Für die Städte bedeutet das: weniger Verkehrslärm, sichere Wege und ein starker Beitrag zur Verkehrswende.