
Ein bundesweiter Streik im Nahverkehr hat am Montag für massives Verkehrschaos gesorgt. Von Nord bis Süd blieben Busse und Bahnen in den Depots, Pendler standen im Stau – der Wochenstart wurde zur Geduldsprobe.
Verkehrschaos in ganz Deutschland: Der Streik im öffentlichen Nahverkehr legte am Montag Städte bundesweit lahm. Hunderttausende Pendler mussten improvisieren, während die Verhandlungen zwischen ver.di und Arbeitgebern weitergingen.
Montagmorgen, 5:30 Uhr – und die Bahn kommt einfach nicht
Der Wecker klingelt eine Stunde früher, draußen ist es noch dunkel und eiskalt. Für Hunderttausende Pendler begann der Montag mit bösen Überraschungen. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen blieben scharenweise in den Depots, die Straßen waren verstopft, die Nerven lagen blank. In Stuttgart herrschte Chaos: Die Stadtverkehr Stuttgart (SSB) stellte den Betrieb nahezu komplett ein. Wer morgens zur Arbeit wollte, musste Fahrgemeinschaften bilden, das Auto aus der Garage holen oder sich durch überfüllte S-Bahnen quetschen. Auch in Karlsruhe, Freiburg, Ulm und Konstanz das gleiche Bild. Denn die Verkehrsbetriebe fuhren bestenfalls einen Notbetrieb, in Konstanz fielen sogar Fähre und Buslinien aus.
Das Verkehrschaos durch den Streik im Nahverkehr zog sich quer durchs Land, und nirgends war ein Ende in Sicht. München traf es dabei besonders hart: Die U-Bahnen standen komplett still, nur vereinzelte Trams und Busse kämpften sich im Schneckentempo durch die Stadt. In Nürnberg und Augsburg legten die Beschäftigten der kommunalen Betriebe ebenfalls die Arbeit nieder – der Protest war nicht zu übersehen. Die Gewerkschaft ver.di kämpft für spürbare Verbesserungen im Fahrdienst: kürzere Wochenarbeitszeiten, verlässlichere Schichtpläne, höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Denn, so, wie es ist, geht es nicht weiter, finden die Streikenden. Viele Fahrer berichten von ständig wechselnden Diensten, chronischer Überlastung und einem Personalmangel, der das System an seine Grenzen bringt.
Zu spät zur Arbeit: Gestrandet im Stau – und trotzdem keine Entschuldigung
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen hält dagegen: Die Forderungen gehen zu weit, besonders die finanziell angespannten Kommunen im Süden könnten sich das nicht leisten. Es ist ein klassischer Konflikt zwischen Arbeitsbedingungen und knappen Kassen.
Für die Betroffenen war das alles jedoch nur ein schwacher Trost. Der ADAC meldete deutlich mehr und längere Staus als üblich, Taxizentralen und Fahrdienst-Apps kamen kaum hinterher. Und wer zu spät zur Arbeit kam, hatte Pech: Das sogenannte Wegerisiko liegt bei den Beschäftigten, denn auch ein Streik im Nahverkehr gilt rechtlich nicht als Entschuldigung.
(Quellen: Gewerkschaft ver.di, kommunale Verkehrsunternehmen, Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst)














