Strecke: Zugticket bei österreichischer Bahn fast doppelt so teuer

An einem Bahnsteig im Bahnhof stehen mehrere Menschen, die auf den Zug warten. Ein Zug mit dem Zielbahnhof Stuttgart fährt gerade ein. Einige Wartende tragen warme Jacken, was auf Herbst oder Winter hindeutet.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Gleiche Strecke, gleicher Zug – aber plötzlich doppelt so teuer. Wer mit der Bahn nach Österreich fährt, erlebt beim Ticketkauf teils extreme Preisunterschiede zwischen den Anbietern.

Ein Klick, zwei Anbieter – und plötzlich riesige Unterschiede beim Preis. Wer derzeit mit dem Zug Richtung Österreich reist, erlebt beim Ticketkauf unter Umständen eine böse Überraschung.

Gleiche Strecke, völlig andere Preise

Wer glaubt, ein Zugticket koste bei allen Anbietern gleich viel, irrt gewaltig. Besonders auf beliebten Strecken zwischen Deutschland und Österreich zeigt sich aktuell ein kurioses Bild. Denn obwohl Reisende oft in denselben Zug einsteigen, können die Preise je nach Anbieter drastisch variieren.

Ein Beispiel sorgt derzeit für Kopfschütteln: Für eine Fahrt von München Hauptbahnhof nach Klagenfurt Hauptbahnhof am 10. Dezember, Abfahrt um 8:15 Uhr, verlangten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) laut Medienberichten satte 99,10 Euro. Das gleiche Ticket – für exakt dieselbe Verbindung – war bei der Deutschen Bahn (DB) hingegen schon für 55,99 Euro zu haben. Fast doppelt so teuer also, obwohl kein zusätzlicher Service geboten wird. Auch mit Blick auf die kommenden Monate setzt sich dieses Preisrätsel fort. Wer am 7. Januar 2026 die gleiche Strecke zur gleichen Uhrzeit buchen möchte, zahlt beim Sparschienenticket der ÖBB laut einer Stichprobe 45,20 Euro. Bei der DB kostet der Sparpreis dagegen nur 27,99 Euro. Ähnliche Unterschiede zeigen sich auch auf der Strecke München–Wien.

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Sparen nur mit Glück und Timing?

Natürlich handelt es sich dabei um Momentaufnahmen. Die Preisunterschiede gelten nicht an jedem Tag und nicht für jede Verbindung. Von den ÖBB heißt es, dass Sparschienen- und Sparpreistickets unabhängig voneinander und vor allem abhängig von der Auslastung angeboten würden. Heißt: Mal ist die DB günstiger, mal die ÖBB. In den FAQs der ÖBB wird zudem erklärt, wie sich die Preise zusammensetzen. Entscheidend sind vor allem der Buchungszeitpunkt und der Buchungskanal. Wer früh bucht, zahlt weniger. Online-Tickets sind günstiger als Käufe am Automaten oder Schalter. Wer spontan reist, greift dagegen oft tief in die Tasche.

Parallel dazu hat die Deutsche Bahn bereits ihren neuen Fahrplan umgesetzt. Seit dem 14. Dezember verkehren ICE-Züge in 21 Städten im Halbstundentakt, das Sprinter-Angebot wurde um vierzehn besonders schnelle Verbindungen erweitert. Auch international will die DB wachsen: Rund vierzig neue oder verlängerte Direktverbindungen pro Tag sind geplant, beispielsweise nach Belgien, Dänemark, Polen und Tschechien. Und trotz steigender Kosten verzichtet der Konzern wegen der hohen Unpünktlichkeit im kommenden Jahr auf Preiserhöhungen. Die Ticketpreise der ÖBB steigen dagegen ab Dezember um 3,5 Prozent.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Buchungsseiten von Deutsche Bahn und ÖBB)