
Eine aktuelle Studie belegt, dass sich vor allem wohlhabende Bürger E-Autos leisten können. Somit sind Elektroautos in Deutschland nach wie vor eine Frage des Einkommens.
E-Autos stehen bisher vor allem bei wohlhabenden Menschen vor der Tür – weil sie die einzigen sind, die es sich leisten können. Diese neue Statistik zeigt das ganz klar.
Schere klafft auseinander: E-Auto-Prämie war Bonus für Besserverdiener
Wer auf deutschen Straßen ein Elektroauto sieht, kann mit großer Wahrscheinlichkeit von einem hohen Haushaltseinkommen ausgehen. Das belegt nun eine offizielle Studie des Statistischen Bundesamts. Die Zahlen von 2023 zeigen ein klares Bild: Der Besitz eines Stromers hängt in Deutschland stark vom Geldbeutel ab. In der Gesamtbevölkerung besaßen etwa 6 Prozent der Haushalte ein Elektroauto. In Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2.600 Euro waren es nur 1,3 Prozent. Bei Einkommen zwischen 3.600 und 5.000 Euro stieg der Anteil auf 5,4 Prozent. Die Spitze bilden die Wohlhabenden: In Haushalten mit 5.000 Euro und mehr netto im Monat sind es bereits 13,4 Prozent, die sich bewusst E-Autos leisten. Somit kam die alte staatliche Kaufprämie, die 2023 endete, überwiegend Gutverdienern zugute.
Aber ab diesem Jahr gibt es eine neue Förderung. Sie ist erstmals einkommensabhängig und soll Menschen mit niedrigeren und mittleren Einkommen helfen. Es gibt bis zu 6.000 Euro vom Staat, abhängig vom Einkommen und der Kinderzahl. Die Idee ist, den Kreis der Elektroauto-Besitzer zu vergrößern. Experten sind aber geteilter Meinung, ob das funktioniert. Auto-Professor Ferdinand Dudenhöffer beispielsweise hält die neue Prämie für überflüssig und findet es „schade um das Steuergeld“. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt die Prämie dagegen ausdrücklich, da sie „Planungssicherheit für Verbraucher und Industrie“ schaffe.
Die soziale Frage auf der Straße: Neben dem Preis gibt es zwei weitere Hürden
Neben dem Einkommen bleiben jedoch weiterhin zwei andere große Hürden: die Ladeinfrastruktur und der starke Wertverlust. Zwar gibt es immer mehr Ladepunkte, besonders in ländlichen Regionen Ostdeutschlands ist die Dichte aber noch gering. Zudem schreckt der immense Wertverlust in den ersten Jahren viele Käufer noch ab. Fachleute fordern deshalb auch eine Förderung für junge Elektro-Gebrauchtwagen, um den Markt sozialer zu gestalten.
Die Studie zeigt: Die Elektromobilität startete in Deutschland als Projekt der Wohlhabenden. Die neue Förderung versucht, dies zu ändern. Ob sie die soziale Lücke schließen kann, muss sich erst zeigen. Damit aus der Nischen- eine Massentechnologie wird, müssen die Autos und das Laden für alle bezahlbar werden.
(Quellen: Elektromobilität Deutschland, Statista)














