
Die anhaltende Sommerhitze wird zur Gefahr für E-Autos. Was viele Fahrer dabei übersehen, kann für die Batterie auf Dauer entscheidend sein. Ein Detail macht den Unterschied.
Die Sonne brennt, das E-Auto steht vor dem Haus – und der Akku ist randvoll. Was harmlos wirkt, kann auf Dauer eine teure Überraschung bedeuten.
Gefährlicher Akku-Alarm bei Sommerhitze
Es klingt zunächst nach einer guten Idee: Abends noch schnell das E-Auto an die Wallbox hängen, den Akku auf 100 Prozent bringen und am nächsten Morgen entspannt losfahren. Doch genau hier kann sich im Sommer ein Problem verstecken. Denn nicht nur die Fahrt selbst setzt der Batterie zu. Auch stundenlanges Warten kann Folgen haben – besonders, wenn das Auto dabei in der Hitze steht. Die gute Nachricht: Niemand muss jetzt panisch werden, wenn das E-Auto einmal mit vollem Akku in der Sonne parkt. Entscheidend ist vielmehr, wie lange der hohe Ladezustand bei hohen Temperaturen anhält.
Lithium-Ionen-Batterien altern grundsätzlich mit der Zeit. Hitze kann diesen Prozess jedoch beschleunigen. Besonders ungünstig wird es, wenn gleichzeitig ein hoher Ladezustand vorliegt. Dann laufen chemische Nebenreaktionen in den Batteriezellen leichter ab. Eine bereits 2014 im Fachjournal „Journal of Power Sources“ veröffentlichte Studie von Dr. Madeleine Ecker und ihrem Team an der RWTH Aachen zeigte, dass Lithium-Ionen-Zellen bei höheren Lagertemperaturen schneller altern. Dabei geht nicht nur Kapazität verloren, auch der Innenwiderstand steigt. Für E-Auto-Besitzer bedeutet das: Ein randvoller Akku, der stundenlang in der sommerlichen Hitze steht, ist deutlich ungünstiger als ein voller Akku, der kurz darauf genutzt wird.
Das Timing macht den Unterschied
Genau deshalb kommt es auf das richtige Timing an. Wer sein Auto morgens um 6:55 Uhr auf 100 Prozent lädt und um 7 Uhr losfährt, hält den Akku nur kurz in diesem besonders belastenden Zustand. Anders sieht es aus, wenn das Auto bereits am Vorabend vollgeladen wird und anschließend bis zum nächsten Nachmittag in der Sonne steht. Als Faustregel gilt daher: Im Alltag den Ladezustand möglichst zwischen zwanzig und achtzig Prozent halten. Die 100 Prozent sind hauptsächlich dann sinnvoll, wenn anschließend eine längere Fahrt ansteht.
Das Thema gewinnt zusätzlich an Bedeutung: Im Juli erreichte der Anteil reiner Elektroautos bei den Neuzulassungen in Deutschland mit 29,3 Prozent einen neuen Rekord. Und auch der Staat will den Umstieg beschleunigen: Seit dem 19. Mai können Privatpersonen beim Kauf oder Leasing eines Elektroautos bis zu 6.000 Euro Förderung beantragen.
(Quellen: Geotab, National Renewable Energy Laboratory (NREL))














