SUV in der Kritik: Jetzt droht ein Verbot in deutschen Städten

Ein weißer SUV parkt am Straßenrand auf einem Parkplatz. Im Hintergrund sieht man verschiedene Geschäfte zum Einkaufen sowie Wohnhäuser und ihre Eingänge.
Symbolbild © imago/Hanno Bode

SUV gehören seit Jahren zu den beliebtesten Fahrzeugen auf deutschen Straßen. Viele Autofahrer schätzen die erhöhte Sitzposition und das Gefühl von Sicherheit. Gleichzeitig wächst jedoch die Kritik an den immer größer werdenden Fahrzeugen – sogar ein mögliches Verbot steht im Raum.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert strengere Vorgaben für die Größe neuer Autos – und langfristig sogar ein Verbot besonders großer SUV in deutschen Innenstädten.

SUV-Verbot droht in deutschen Städten – Umwelthilfe sorgt für Kritik

Die Diskussion um ein Verbot von SUV kommt nicht von ungefähr. Nach Auswertung der Deutschen Umwelthilfe wachsen Neuwagen seit Jahren kontinuierlich. Fahrzeuge werden länger, breiter und höher. Das sorgt nach Ansicht der Organisation nicht nur für Platzprobleme in Städten, sondern erhöht auch die Risiken für andere Verkehrsteilnehmer. Aus Sicht der Umwelthilfe reicht es deshalb nicht mehr aus, lediglich auf freiwillige Veränderungen der Hersteller zu hoffen. Die Organisation fordert klare Obergrenzen für neue Fahrzeuge. So sollen Motorhauben künftig deutlich niedriger ausfallen, die Breite der Fahrzeuge begrenzt und auch die Gesamtlänge neuer Pkw eingeschränkt werden. Besonders große SUV sollen nach Vorstellung der Umweltorganisation langfristig nicht mehr in Innenstädten unterwegs sein dürfen.

Die Forderungen dürften viele Autofahrer überraschen. Denn aktuell gibt es keine politischen Beschlüsse, die ein solches Verbot vorsehen. Es handelt sich ausschließlich um Vorschläge der Deutschen Umwelthilfe. Ob daraus tatsächlich neue Gesetze entstehen, entscheiden letztlich Bundesregierung und Europäische Union. Bislang existieren weder konkrete Gesetzesentwürfe noch ein Termin für mögliche Änderungen.

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Immer mehr Deutsche kaufen SUV – Komfort und Platz liegen im Trend

Kommunen schaffen mehr Radwege, erweitern Fußgängerzonen und reduzieren Parkflächen. Gleichzeitig werden moderne Fahrzeuge immer größer. Diese Entwicklung führt nach Ansicht vieler Städte zunehmend zu Konflikten, weil Parkbuchten, Garagen und Straßen häufig für deutlich kleinere Autos geplant wurden. Die Autohersteller sehen die Entwicklung dagegen differenzierter. Große SUV verkaufen sich seit Jahren hervorragend und gehören zu den wichtigsten Umsatzträgern vieler Marken. Käufer entscheiden sich häufig bewusst für diese Fahrzeuge, weil sie Komfort, Platz und eine bessere Übersicht im Straßenverkehr bieten. Auch Familien bevorzugen oft größere Modelle, wenn regelmäßig Kinderwagen, Gepäck oder mehrere Mitfahrer transportiert werden.

Ob die Forderung der Deutschen Umwelthilfe tatsächlich politische Folgen hat, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass die Diskussion über die Größe moderner Autos weiter an Fahrt gewinnt. Mit jedem neuen Fahrzeugmodell wächst auch die Frage, wie viel Platz Autos in den Innenstädten künftig noch einnehmen dürfen. Für Millionen Autofahrer könnte das Thema deshalb in den kommenden Jahren deutlich wichtiger werden als bisher.

(Quellen: Deutsche Umwelthilfe, Europäische Umweltagentur (EEA))